Mönchengladbach. Vom Engineering-Unternehmen mit dem Fokus auf die Automobilindustrie zum IT-Dienstleister mit digitalen Innovationen – mitten dieser Metamorphose steckt das Mönchengladbacher Unternehmen imat-uve. Zwar werden Design und Entwicklung sowie die Erprobung von Material, Bauteilen und Systemen für das Interieur von Fahrzeugen auch in Zukunft das Kerngeschäft von imat-uve bleiben, doch der Markt verändert sich und fordert verstärkt digitale Produkte, wie Unternehmenssprecherin Nicola Sengpiel-Bender erklärt: „Wir setzen künftig einen neuen Schwerpunkt bei der Entwicklung von digitalen Dienstleistungen, die dem disruptiven Prozess im herkömmlichen Geschäftsbereich vorgreifen.“ Beispielsweise sollen Bestellprozesse schon kurz- bis mittelfristig verschlankt und digitalisiert werden – etwa durch die neue Plattform „Brain of Materials“, die unter dem Dach von imat-uve entwickelt wurde.

 

Erst seit Oktober diesen Jahres ist die neue Plattform online, die Programmierung hat rund ein Jahr gedauert – unter anderem auch mit Unterstützung des CodeClubMG vom Gymnasium am Geroweiher, den imat-uve schon seit längerem in eigene Projekte involviert; einige Abiturienten und junge Studenten von dort sind für das Unternehmen als Anwendungsentwickler und Programmierer tätig. Die Idee zu „Brain of Materials“ wurde freilich schon vor drei Jahren geboren.

 

imat-uve gmbh Geschäftsführer: Hans-Willi Müller, Dr. Hans Peter Schlegelmilch und Eva Trienekens-Daems

 

Geschäftsführer Dr. Hans Peter Schlegelmilch deutete die sich verändernden Marktverhältnisse im Gespräch mit dem Wirtschaftsstandort bereits damals an: „Wir wollen proaktiv das Thema Digitalisierung intensiv vorantreiben. Insofern haben wir überlegt, welche digitalen Dienstleistungen wir zukünftig anbieten können, um unser Marktumfeld disruptiv zu verändern. Wir gehen da recht aggressiv vor, da wir als Mittelständler noch die entsprechende Flexibilität haben, aber vor allem den festen Willen, weiterhin vorweg zu gehen und die Branche anzutreiben.“

 

„Wir haben den festen Willen, die Branche in
Sachen Digitalisierung anzutreiben“
Dr. Hans Peter Schlegelmilch, Geschäftsführer imat-uve

 

„Brain of Materials“ ist das erste Start-up, das unter dieser Absicht im Haus von imat-uve entstanden ist: eine digitale Plattform für smarte Materialien aller Art. Interessierte können sich hier – vorläufig kostenlos – registrieren und entweder nach geeigneten Materialien für ihr Business stöbern oder selbst Produkte uploaden. Über die Plattform können künftig aber auch Materialprüfungen in Auftrag gegeben werden. Eine Aufgabe für imat-uve wird dann sein, die Daten der Kunden, die beim Besuch auf der Plattform entstehen, auszuwerten und daraus praxisorientierte Lösungen für deren verschiedenen Interessen und Bedürfnisse zu schaffen.

 

Angesprochen sind Architekten, Produktentwickler und Designer

Kreativen Input bei der Funktionalität der Seite lieferte unter anderem ein Kunden von imat-uve, einer der führenden deutschen Automobilhersteller. „`Brain of Materials´ ist aber ausdrücklich nicht nur für Vertreter der Autobranche gedacht. Vielmehr wollen wir damit generell Designer, Produktentwickler und Architekten ansprechen – Menschen also, die in ihren Branchen immer mehr mit `smart materials´ arbeiten“, betont Nicola Sengpiel-Bender. Bei einer Textilkonferenz in Österreich hat das Mönchengladbacher Unternehmen sein Start-up kürzlich erstmals präsentiert, in 2020 will imat-uve „Brain of Materials“ verstärkt im Markt platzieren. „Ganz konkret soll daraus ein lebensfähiges Geschäftsmodell entstehen, denn wir wollen auch zukünftig Geld verdienen“, erklärt Dr. Hans Peter Schlegelmilch.

 

Um für die Arbeit mit „Brain of Materials“ und zukünftige digitale Produkte gerüstet zu sein, hat imat-uve ein großes Schulungsprogramm für alle Mitarbeiter aufgelegt. „Wir wollen die digitalen Kompetenzen unserer Kollegen ausbauen und dabei alle mitnehmen“, unterstreicht die Unternehmenssprecherin. Module dafür sind zum Beispiel IT-Workshops, Fortbildung im agilen Projektmanagement („Scrum“), die vermehrte Anwendung von digitalen Tools, etwa für die Bauteil-Logistik und die Kommunikation mit Kunden (Stichwort Virtual Reality) und digitale Auftragsvorausplanung.

-jfk

 

IM NETZ

www.imat-uve.de
www.brainofmaterials.com

 

 

AUSBILDUNG

imat-uve ist seit langem auch Ausbildungsbetrieb. In 2020 bietet das Unternehmen erneut zwei praxisintegrierte Ausbildungen: Ein Duales Studium Wirtschaftsinformatik B. Sc. Sowie ein Duales Studium Angewandte Informatik B.Eng.. Damit will imat-uve auch dafür sorgen, dass Fachkräfte am Ort gebunden werden und nicht abwandern.

 

INFO

imat-uve zählt weltweit 190 Mitarbeiter. Am Standort Mönchengladbach (Krefelder Straße & Monforts Quartier) sind 130 Menschen beschäftigt.

 

„Digitale Plattform für smart materials“ ist ein Beitrag aus der
aktuellen Ausgabe des Magazins Wirtschaftsstandort Mönchengladbach. 

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