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Einen Blick durch das Radarmessgerät der Polizei durften interessierte Schüler bei der jüngsten Auflage des „Tages der offenen Tür“ werfen.

Der „Tag der offenen Tür“ hat sich längst zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt. Firmen öffnen einen Tag lang ihre Türen für potenzielle Azubis. Die nächste Auflage findet am 22. Juni statt.

Nettetal. Für Simon ist die Sache klar: „Ich werde nach dem Abitur Maschinenbau studieren.“ Der 14-jährige Schüler des Werner-Jaeger-Gymnasiums weiß bereits jetzt genau, wohin sein beruflicher Weg einmal führen soll – und war deshalb beim jüngsten „Tag der offenen Tür“ in den Nettetaler Betrieben goldrichtig. Mit großem Interesse folgte er den Erklärungen von Michael Neumann, Geschäftsführer der Firma Grimm Walzen- und Maschinenbau in Breyell. Mit welcher Präzision die Maschinen aus Stahlrohren und -würfeln millimetergenau Walzen, beispielweise für die Verpackungsindustrie herstellt, imponiert dem Neuntklässler und anderen Schülern, die einen Blick hinter die Kulissen werfen konnten.

So wie Simon dürfte es vielen der insgesamt rund 540 Schüler aus sechs Nettetaler Schulen ergangen sein. Bei der siebten Auflage des seit 2008 durchgeführten „Tages der offenen Tür“ in Nettetaler Betrieben standen den Nachwuchskräften von Morgen fast 80 Unternehmen aus etwa 30 Branchen Rede und Antwort. Sie erläuterten, welche Anforderungen die unterschiedlichsten Berufsbilder und Ausbildungsberufe mit sich bringen, welche Aufgaben auf Auszubildende zukommen und wie der Alltag im Unternehmen aussieht.

Mit großen Schritten nähert sich nun die nächste Auflage dieser erfolgreichen Veranstaltung: Am Mittwoch, 22. Juni 2016, bekommen Schüler wieder einen ersten Einblick in die Arbeitswelt und die Firmen die Gelegenheit, sich bei künftigen Fachkräften als attraktiver Arbeitergeber zu präsentieren. Damit den Schülern wieder ein breites Spektrum an Berufsfeldern angeboten werden kann, werden wieder rund 80 Unternehmen mitmachen und für einen Tag ihre Pforten für den Nachwuchs öffnen. In diesem Jahr werden erstmals Schüler der achten Klassen teilnehmen. Damit wird ein wichtiges Kriterium für die Anerkennung als Berufsfelderkundungstag im Rahmen des Landesprogramms KAoA (Kein Abschluss ohne Anschluss) erfüllt. „Der Termin wurde daher auch gezielt zum Ende des Schuljahres gewählt, damit die Schüler eine weitergehende Reife besitzen und mit den Erfahrungen aus diesem Tag schon auf die Wahl eines Praktikumsplatzes zu Beginn der 9. Klasse vorbereitet werden“, sagt Heike Rose, Bildungskoordinatorin der Stadt Nettetal.

„Die Unternehmen bieten hervorragende Einblicke in die Berufswelt und zeigen,
wie vielfältig das Angebot an Ausbildungs-Berufen in Nettetal ist.“
Heike Rose, Bildungskoordinatorin der Stadt Nettetal

Mindestens genauso wichtig wie für Schüler, die bereits eine klare Vorstellung ihrer beruflichen Laufbahn haben und sich dennoch praxisnah informieren wollen, ist die Veranstaltung für diejenigen, die sich in der Orientierungsphase befinden und noch keine Idee davon haben, welche Richtung sie nach der Schule einschlagen sollen. Sie haben die Möglichkeit, sich in jeweils zwei Betrieben umzuschauen und zu informieren und somit ein genaueres Bild des jeweiligen Berufsbildes zu bekommen. Heike Rose ist deshalb froh, auch in diesem Jahr wieder ein spannendes und vielfältiges Angebot an Betrieben präsentieren zu können: „Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden. Sowohl die Schüler, als auch die Betriebe gehen mit Engagement an die Sache heran. Die Unternehmen bieten hervorragende Einblicke in die Berufswelt, die Bandbreite der teilnehmenden Betriebe könnte dabei nicht unterschiedlicher sein und zeigt, wie vielfältig das Angebot an Ausbildungs-Berufen in Nettetal ist.“

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Auch 2016 geben wieder rund 60 Unternehmen Jugendlichen die Möglichkeit, einmal einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Fotos: Stadt Nettetal

Bei BMW Timmermanns in Schaag erfuhren bei der jüngsten Auflage die Schüler, welche Aufgaben ein Autohaus in der heutigen Zeit übernimmt – sowohl auf kaufmännischer, als auch auf handwerklicher Ebene. BMW-Niederlassungsleiter Ingo große Sextro macht deutlich: „Heute wird vielmehr mit Messinstrumenten als mit dem Schraubenzieher gearbeitet. Die Berufsbilder in der Autobranche haben sich stark gewandelt.“

Im Nettetaler Krankenhaus standen den Schülern Chirurgen, Pflegefachkräfte und Auszubildende zur Seite und erklärten anschaulich, welche medizinischen Herausforderungen den Alltag bestimmen. Röntgenbilder, auf denen Frakturen zu erkennen waren, durften da als Anschauungsmaterial ebenso wenig fehlen wie die fachgerechte Desinfektion. Bei Wedo, der Westdeutschen Dochtfabrik in Kaldenkirchen, wurden die Augen groß. Wer hätte es gedacht, dass es 1.000 Arten von Dochten gibt, dass es sechs Wochen durchgehende Maschinenzeiten braucht, um fünf Kilogramm Docht für Teelichte herzustellen? Schüler aus Berufskolleg und Realschule in Nettetal lauschten den spannenden Geschichten rund um die Kerze und die dafür erforderliche Dochtproduktion von Wedo-Geschäftsführer Dr. Michael Matthái.

„Der ‚Tag der offenen Tür‘ in den Betrieben ist mittlerweile zu einem festen Termin
im Kalender der Stadt geworden. Wir sind froh über das Mitwirken der Unternehmen
und wissen, dass viele Schüler mit interessanten Eindrücken wieder nach Hause gehen.“
Christian Wagner, Bürgermeister der Stadt Nettetal

Im Heilpädagogischen Zentrum in Breyell erklärten die behinderten Mitarbeiter den Schülern, dass es bei einem Beruf nicht nur um das Geldverdienen geht. Soziale Kontakte, Teilnahme an der Gesellschaft, eine sinnvolle Lebensbeschäftigung oder kurz: Gebraucht zu werden ist viel wichtiger als die Höhe des Gehalts. Auch die Baumschule Lappen gab Einblicke in den Alltag und verblüffte die Teilnehmer mit zahlreichen Fakten. Nur wenige Schüler hätten im Vorfeld gewusst, dass Bäume aus Nettetal nach ganz Europa in die Klimazonen 1 bis 9 verschickt werden, wobei Russland in der Klimazone 1 und Deutschland in der Zone 8 (gemäßigte Zone) liegen oder dass das Unternehmen rund 650 Hektar mit der Aufzucht von Bäumen bewirtschaftet.

Nettetals Bürgermeister Christian Wagner, der den Tag ebenso wie die Mitarbeiter der Fachbereiche Schule, Kultur und Sport sowie Wirtschaft und Marketing immer gerne nutzt, um sich vor Ort ein Bild zu machen und mit Schülern und Betrieben ins Gespräch zu kommen, war mit dem Ablauf sehr zufrieden: „Der ‚Tag der offenen Tür‘ in den Betrieben ist mittlerweile zu einem festen Termin im Kalender der Stadt geworden. Wir sind froh über das Mitwirken der Unternehmen und wissen, dass viele Schüler mit interessanten Eindrücken wieder nach Hause gehen. Diese Eindrücke können bei einer Praktikumsauswahl, einem Bewerbungsverfahren oder der späteren Berufssuche ein wichtiger Impuls sein.“

-jfk

KONTAKT
Informationen zum „Tag der offenen Tür 2016“ in Nettetal gibt es bei der städtischen Bildungskoordinatorin Heike Rose, Telefon 0 21 53.8 98 40 01 oder heike.rose@nettetal.de. Weitere Informationen unter www.nettetal/wirtschaft.de