Mönchengladbach. Benjamin Reiners ist zufrieden. Erst vor kurzem ist er mit seinem Team von der ITMA 2019 in Barcelona zurückgekehrt, der weltweit bedeutendsten Messe für den Textilmaschinenbau. Nur alle vier Jahre findet sie statt, „wir waren jetzt schon zum 19. Mal dabei“, erzählt der Geschäftsführer von Reiners + Fürst.

 

Das Familienunternehmen mit Sitz an der Leibnizstraße im Herzen Gladbachs wird in vierter Generation von Benjamin Reiners geführt. Es hat mit seiner Herstellung von Ringläufern und Spinnringen eine besondere Nische in der Textilbranche besetzt. „Wir agieren weltweit und liefern in 85 Länder der Erde“, so Reiners. „Die ITMA ist, wie einige andere Messen auch, für uns sehr wichtig, um Kundenkontakte zu pflegen und uns zu zeigen. Das Geschäft nach der Messe läuft gerade so richtig an, aber wir sind auch mit dem Geschäftsergebnis des ersten Halbjahres sehr zufrieden.“ Speziell bei der Produktion von Ringläufern sind die Auftragsbücher von Reiners + Fürst prall gefüllt. „Sie sind für Textilspinnereien so wichtig wie Benzin fürs Auto: Ohne Ringläufer läuft nichts“, lächelt Reiners.

 

Das Mönchengladbacher Unternehmen genießt in der Branche einen exzellenten Ruf, was Verarbeitung und Qualität der Produkte betrifft. Reiners + Fürst verwendet für alle Ringläuferqualitäten nur einen dafür speziell hergestellten, hochlegierten und verschleißfesten Stahldraht.

 

„Wir denken und agieren langfristig“
Benjamin Reiners

 

Auf der Messe in Barcelona zeigte sich einmal mehr, dass Familienunternehmen wie Reiners + Fürst in der Textilwirtschaft keine Seltenheit sind, im Gegenteil: Viele Betriebe werden seit Jahrzehnten in die Hände der folgenden Generation übergeben. „Es ist schön zu sehen, dass unsere Firmenphilosophie auf der ganzen Welt geschätzt wird, weil viele Eigentümer so `ticken´ wie wir. Dadurch hat man in persönlichen Gesprächen gleich einen ganz anderen Zugang – man agiert auf Augenhöhe“, hat Benjamin Reiners festgestellt. Für den 49-Jährigen ist der Prozess, eine Entscheidung im Unternehmen zu fällen, recht kurz. „Im Grunde stelle ich mir dabei nur eine Frage: Ist sie gut für die nächste Generation in unserem Betrieb? Nur darum geht es und nicht um die Frage, ob ich vielleicht kurzfristig einen Gewinn machen kann. Wir denken und agieren langfristig“, betont der 49-Jährige.

 

 

Denn vielleicht wohnt die nächste Unternehmer-Generation ja schon unter seinem eigenen Dach: Zwei Töchter hat Benjamin Reiners, die jüngere, gerade neun Jahre alt, zeigt sich schon sehr interessiert an dem, was der Papa den ganz Tag in seiner Firma so macht; die ältere (14) liebäugelt im Moment eher mit dem Beruf der Tierärztin. „Es wäre natürlich schön, wenn die Firma in den Händen der eigenen Familie bliebe. Aber auch wenn nicht, soll sie so aufgestellt sein, dass sie fit für die Zukunft ist. Das bin ich vor allem unseren Mitarbeitern schuldig“, betont Reiners. „Noch“, ergänzt er schmunzelnd, „denke ich aber nicht ans Aufhören. Dafür macht mir die Arbeit bei Reiners + Fürst viel zu viel Spaß.“

-jfk

 

75 Jahre Qualität

Wie wohl auch den 80 Mitarbeitern, unter denen die Fluktuation äußerst gering ist. Viele arbeiten seit Jahrzehnten für die Traditionsfirma. Frisches Blut kommt freilich Jahr für Jahr durch die Auszubildenden ins Unternehmen. Bis zu drei Azubis sind jedes Jahr bei Reiners + Fürst tätig. „Wir bilden stets für den eigenen Bedarf aus und wollen, wenn möglich, jeden Auszubildenden übernehmen“, erklärt der Geschäftsführer. Dies fällt ihm meist leicht, denn die jungen Menschen, die eine Ausbildung bei Reiners + Fürst absolvieren wollen, bringen stets jede Menge Motivation mit. „Wir haben beispielsweise einen Azubi, der ein super Abi gemacht hat und sicherlich viele andere Möglichkeiten gehabt hätte. Er hat sich jedoch bewusst für eine Ausbildung in unserem Unternehmen entschieden. Ein anderer hat den Sprung von einer Zeitarbeitsfirma über einen Ausbildungsplatz bis zu einem festen Anstellungsplatz geschafft. Diese Beispiele zeigen, dass wir als Ausbildungsbetrieb sehr attraktiv sind“, so Reiners. Wer für Reiners + Fürst arbeiten will, kann dies tun: Aktuell ist der Betrieb auf der Suche nach einem Junior und einem Senior Sales Manager; die Stellenangebote gibt es auf der Internetseite von Reiners + Fürst unter dem Button „Karriere“. „Grundsätzlich stehen wir aber auch Initiativbewerbungen offen gegenüber“, erklärt der Geschäftsführer.

 

Das kommende Jahr wird bei Reiners + Fürst übrigens ganz im Zeichen eines schönen Jubiläums stehen: Das Unternehmen feiert 2020 sein 75-jähriges Bestehen. Gefeiert wird dieses am 29. August 2020 mit einem großen Familienfest für alle Mitarbeiter und einem „Tag der offenen Tür“; Details werden rechtzeitig bekannt gegeben. „Wer möchte, kann an diesem Tag einmal hinter die Türen unseres Unternehmens schauen“, sagt Benjamin Reiners. Und wer weiß, vielleicht findet sich jemand darunter, der Interesse an einer Ausbildung oder einem Job bei diesem Familienunternehmen hat…

 

 

HISTORIE
Von Mönchengladbach in alle Welt: Die Eigentümerfamilie von Reiners + Fürst hat eine Tradition über vier Generationen im Textilmaschinenbau. Bereits 1910 wurde Dr. Ing. Wilhelm Reiners der Eigentümer von Schlafhorst – einer weiteren berühmten Firma in der Gladbacher Textil-Branche. Sein Sohn, Dr. Ing. Walter Reiners, und danach Dipl.-Kfm. Jan Reiners in der dritten Generation führten Schlafhorst zu großen Erfolgen bis in die frühen 1990er Jahre.

 

EINZIGARTIGE TECHNOLOGIE
Präzisere Ringe und Läufer für präzisere Garne: Mit Spinnsystemen aus dem Hause Reiners + Fürst produzieren Kunden aus ihrem Rohmaterial konstant die bestmögliche Garnqualität. Jeder R+F-Ring wird mit der einzigartigen Loop® Drehtechnologie gefertigt – einer Innovation des Unternehmens, mit der Spinnringe mit der höchsten Präzision hergestellt werden. Die präzise – von Ring zu Ring identische – Flansch-Geometrie sorgt für maximale Prozesssicherheit mit nachweislich geringster Streuung der Garnqualität. Reiners + Fürst verwendet für alle Ringläuferqualitäten nur den dafür speziell hergestellten hochlegierten und verschleißfesten Stahldraht.

 

IM NETZ
www.reinersfuerst.de

 

„„Es geht nur darum, was langfristig gut fürs Unternehmen ist”“ ist ein aktueller Beitrag
aus der August-Ausgabe unseres Magazins Wirtschaftsstandort Mönchengladbach.
Hier geht es zur kompletten ePaper-Ausgabe des Magazins.

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