Krefeld/Niederrhein. Wer das Wort „Azubi“ hört, verbindet damit automatisch das Adjektiv „jung“. Nun ist Kristina Gilles mit ihren 28 Jahren nun wirklich noch nicht alt, als typische Auszubildende gilt sie gemeinhin aber nicht mehr. Doch sie ist eine, und zwar im dritten Ausbildungsjahr zur Kauffrau für Büromanagement bei der Sparkasse Krefeld. „Nach meinem Studium wollte ich doch lieber etwas anderes machen. Bei der Sparkasse Krefeld gibt es vier verschiedene Berufsbilder, ich werde nun Kauffrau für Büromanagement – und bin jeden Tag froh über diesen Schritt“, erklärt Kristina Gilles.

 

Das Institut selbst hat seit jeher keine Berührungsängste mit älteren Azubis – ganz im Gegenteil, wie Mathias Kuhn, Azubi-Betreuer bei der Sparkasse Krefeld und Dozent an der Rheinischen Sparkassenakademie, unterstreicht: „Wir haben sehr gute Erfahrungen mit Auszubildenden gemacht, die schon ein wenig mehr Lebenserfahrung haben als vielleicht ein junger Mann oder eine junge Frau, die gerade mit 16 Jahren die Schule abgeschlossen haben und über ein entsprechend reifes Auftreten verfügen. Gerade bei Studienabbrechern geht der Trend dahin, dass sie anschließend eine solide Ausbildung anstreben. Und die Ausbildungsgänge, die wir bei der Sparkasse Krefeld anbieten, sind nach wie vor sehr beliebt.“ Das Alter der Bewerber spielt daher für die Sparkasse nur eine untergeordnete Rolle, getreu dem Motto: Es ist nie zu spät für eine zweite Chance!

 

Tatsächlich stellt die Sparkasse Krefeld Auszubildende im Alter zwischen 16 und 26 Jahren ein – vom klassischen Realschüler, der seinen Abschluss nach der Klasse 10 gemacht hat, bis hin zur Mittzwanzigerin, die unzufrieden mit ihrem bisherigen Studiengang war. „Außerdem haben wir auch Azubis, die vorher bereits eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben, sich nun aber umorientieren möchten“, sagt Kuhn. Vier Ausbildungsgänge bietet die Sparkasse Krefeld in ihrem Haus: zur Bankkaufmann/-frau, Kaufmann/- frau für Büromanagement, Informatikkaufmann/- frau und Koch/Köchin. Bewerben kann man sich während des ganzen Jahres, nächster Ausbildungsstart ist zum 1. September 2019. Stand heute sind in den vier Ausbildungsgängen noch genügend Stellen für das kommende Jahr frei. Ideal ist es natürlich, sich rechtzeitig zu bewerben, „aber es kam auch schon vor, dass wir eine Zusage für einen Ausbildungsplatz am 29. August gegeben haben, und die Bewerberin dann zum 1. September angefangen hat“, verweist Mathias Kuhn auf die Flexibilität des Unternehmens.

 

Abgerundet wird das Ausbildungsprogramm durch die Chance, bei der Sparkasse auch ein Duales Studium zu beginnen, als Abschluss winkt der Bachelor of Science. „Parallel zur Ausbildung noch ein Studium zu absolvieren, ist ein straffes Programm, aber wir haben tatsächlich den ein oder anderen Azubi, der das Zeug dazu hat und sich dieser Herausforderung stellt“, so Kuhn.

 

 

Grundsätzlich sei die Fähigkeit, auf Menschen zugehen zu können und kontaktfreudig zu sein, für potenzielle Auszubildende wichtiger als eine ‚Eins‘ in Mathe, erklärt der Azubi-Betreuer. Als Freifahrtschein, trotz mittelmäßiger Schulnoten einen der begehrten Ausbildungsplätze bei der Sparkasse Krefeld zu bekommen, will Kuhn dies natürlich nicht verstanden wissen, doch die Philosophie des Unternehmens bei der Suche nach geeignetem Nachwuchs wird damit klar: Die Persönlichkeit und die Sozialkompetenz eines jungen Menschen haben mehr Gewicht als das Schulzeugnis. „Wir haben schon des Öfteren die Erfahrung gemacht, dass Auszubildende, die in der Schule nicht zu den Besten gehörten, im Rahmen unserer Ausbildung und beim regelmäßigen Kontakt mit Kunden regelrecht aufgeblüht sind“, so Mathias Kuhn.  Der Bezug zur Praxis ist bei der Sparkasse Krefeld elementarer Baustein der Ausbildung. „Unsere Auszubildenden sollen früh lernen, Verantwortung zu übernehmen und in Kontakt mit unseren Bankkunden zu treten.“

 

In einem Ausbildungszyklus von 2½ bis 3 Jahren bildet die Sparkasse Krefeld rund 120 Azubis aus. Eine Ausbildung bei der Sparkasse ist bei jungen Menschen nach wie vor auch deshalb so beliebt, weil die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten so vielfältig sind. Beispielsweise dank der Sparkassenakademie Nordrhein-Westfalen, die seit über 40 Jahren Erfahrung allen Sparkassen und deren Verbundunternehmen als Partner zur Seite steht. „Dabei kombinieren wir bewährte Konzepte mit modernen Methoden und passen unsere Bildungsangebote laufend dem aktuellen Marktgeschehen an“, erklärt Mathias Kuhn, selbst einer der Dozenten der Akademie. Auch die hausinterne Ausbildung passt sich ständig den aktuellen Trends – Stichwort Digitalisierung – an. Zwar gibt es weiterhin den klassischen Frontalunterreicht, um den Azubis die praxisnahen Themen wie etwa das richtige Verhalten in Kundengesprächen anschaulich näher zu bringen, doch geht der Trend auch immer mehr zum visuellen Lernen. In Kooperation mit dem professionellen Anbieter Prüfungs.TV stellt die Sparkasse ihren Auszubildenden über 300 Erklär-Videos zur Verfügung, die alle relevanten Ausbildungsanforderungen abbildet. „Zwar gibt es auch nach wie vor noch den klassischen Lern-Typ, der sein Wissen aus Büchern zieht, aber das Videoangebot wird immer mehr nachgefragt. Wir stellen das kostenlos zur Verfügung, die Nutzung ist freiwillig“, erläutert Kuhn.

 

Im Zuge der Ausbildung durchlaufen die Azubis viele Bereiche innerhalb der Sparkasse – auch die Aha!-Filiale der Sparkasse am Ostwall, ein spezielles Angebot für junge Bankkunden. „Unsere Zielgruppe hier ist die Altersgruppe zwischen 15 und 30 Jahren. Im Schnitt sind es vor allem 18- bis 19-Jährige, die unsere Aha!-Filiale besuchen“, erklärt Mathias Kuhn. Und die werden im wahrsten Sinne des Wortes auf Augenhöhe bedient, denn die Aha!-Mitarbeiter sind ähnlich jung und sprechen die gleiche Sprache: Statt „Sie“ heißt es hier in der Regel „Du“, die heimelige Lounge-Ecke und frische Farben sorgen in dem kleinen Ladenlokal für den entsprechenden Wohlfühlfaktor. Für intensivere Beratungsgespräche bietet die 1. Etage einen Rückzugsort.

 

Die Aha!-Filiale der Sparkasse Krefeld ist eine echte Erfolgsgeschichte: Vor rund zwei Jahren eröffnet, hat sie bereits Modellcharakter. „Es gibt inzwischen viele Anfragen von Sparkassen aus anderen Städten und Bundesländern, die sich für dieses Modell interessieren und gerne auch installieren möchten“, weiß Azubi-Betreuer Mathias Kuhn.

-jfk
Fotos: Andreas Baum

 

 

AUSBILDUNG

Wer eine Ausbildung zum/zur Bankkaufmann/frau machen möchte, braucht als Voraussetzung die Fachoberschulreife/Mittlere Reife mit mindestens gutem Abschluss, die Fachhochschulreife mit mindestens befriedigendem Abschluss oder die allgemeine Hochschulreife/Abitur mit mindestens befriedigendem Abschluss. Wünschenswert sind außerdem die Freude am Umgang mit Menschen, Einfühlungsvermögen für die Wünsche der Kunden, Service- und Dienstleistungsorientierung, Verhandlungsgeschick und eine gute Allgemeinbildung. Die duale Ausbildung in der Sparkasse und dem Berufskolleg dauert 2½ bis 3 Jahre.

 

INFO

Die Öffnungszeiten der Aha!-Filiale am Ostwall 155c in 47798 Krefeld sind montags bis freitags von 11 bis 18 Uhr. Infos auch unter aha-machts-einfach.de.

 

„Es ist nie zu spät für eine zweite Chance!“ ist ein Beitrag
aus dem aktuellen Magazin Wirtschaftstandort Kreis Viersen.
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