Mönchengladbach. Seit vielen Jahren präsentiert sich die Stadt Mönchengladbach mit ihren Projekten auf der weltgrößten Immobilienmesse Expo Real in München. War die Vitusstadt vor zehn Jahren am Messestand der Standortgemeinschaft Niederrhein aber – neben den angrenzenden Nachbarstädten und -kreisen – noch eine unter vielen, so ist ihr Portfolio binnen des vergangenen Jahrzehnts um ein Vielfaches gewachsen. Oder, wie es Dr. Gregor Bonn ausdrückt: „Die Nummer eins am Niederrhein sind wir!“ Nun ist der Technische Beigeordnete nie um einen markigen Spruch verlegen, denn nicht zuletzt aus seiner Amtszeit in der Landeshauptstadt Düsseldorf weiß er: Klappern gehört zum Handwerk. Aber Bonin und die anderen Vertreter aus Mönchengladbach haben gute Gründe, sich auf der Messe, eine Kontaktbörse erster Klasse, mit breiter Brust zu präsentieren. Machten Investoren früher noch einen großen Bogen um Gladbach, „kommen diese heute sogar aus dem Ausland auf uns zu, weil sie bei uns investieren wollen“, weiß Projektentwickler Norbert Bienen, einer der langjährigen Standpartner Mönchengladbachs.

 

Es ist dabei nicht die Summe der inzwischen zahlreichen Einzelprojekte – Seestadt mg+, Maria Hilf Terrassen, Reme-Gelände, 19 Häuser, um nur einige zu nennen – allein, die Investoren und Unternehmen anlockt, sondern vielmehr die Gesamtstrategie mg+ Wachsende Stadt, der sich Mönchengladbach verschrieben hat. „Dabei ziehen alle an einem Strang: Verwaltung, Politik, die Stadttöchter wie WFMG, EWMG und MGMG. Wir alle haben ein gemeinsames Ziel, und das hilft ungemein, sich bei einer Messe wie der Expo Real positiv und nachhaltig zu positionieren“, betont Dr. Bonin.

 

„Wir nutzen die Chancen und setzen die Planungs- und Bauvorhaben gemeinsam mit unseren Partnern kontinuierlich um“, erklärte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners in der Auftaktveranstaltung am Montag, in der neben Mönchengladbach auch die Bürgermeister und Landräte der Stadt Krefeld sowie der Rhein Kreis Neuss und die Kreise Viersen, Kleve und Wesel ihre Entwicklungen präsentierten. Mit auf dem Podium auf dem Niederrhein-Stand war auch die NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, Ina Scharrenbach. Die Grundstücksverfügbarkeit, schnellere Bauleitverfahren und eine Reform des Bauordnungsrechts, das zum 1. Januar 2019 in Kraft tritt seien wichtige Bausteine im Bereich Wohnungsbau, betonte sie. Insgesamt 5,5 Milliarden Euro investiert das Land in diesen Bereich.

 

Projekt „19 Häuser“ nimmt 2019 Fahrt auf

 

Wie im Rahmen der Expo Real bekannt wurde, soll speziell beim Vorhaben „19 Häuser“ auf dem Gelände von Haus Westland am Hauptbahnhof im kommenden Jahr neuer Drive hineinkommen. In 2019 soll für das Areal gegenüber dem Mönchengladbacher Hauptbahnhof Baurecht geschaffen werden, wobei Ende 2019 mit dem Abbruch von Haus Westland begonnen werden soll. Mit dem Ankauf des Areals von der Projekt Mönchengladbach GmbH, die ursprünglich die Bebauung hatte durchführen wollen, sichert sich die Düsseldorfer BEMA Gruppe ihrerseits die erste Grundstücksentwicklung in Mönchengladbach. Gemeinsam mit der Stadt startet die Projektentwicklungsgesellschaft die konkrete Planung der Fläche, um das Bahnhofsumfeld aufzuwerten und das Innenstadt-Flair bis zum Bahnhof zu verlängern.

 

Vorlage für die Planung ist der in 2017 prämierte Siegerentwurf „19 Häuser“ der KBNK Architekten aus Hamburg. Das rund 6.800 Quadratmeter große Grundstück soll zukünftig auf rund 30.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche durch Einzelhandel-, Hotel- und Wohnnutzung positiv belebt werden. Ralph Schneemann, Geschäftsführer innerhalb der BEMA Gruppe: „Als Projektentwicklungsgesellschaft sind wir auf ganzheitliche und nachhaltige Grundstücksentwicklung spezialisiert. Mit der Umsetzung der Projektentwicklung wird das Stadtareal erheblich aufgewertet. Wir freuen uns sehr über die positiven Erstgespräche mit den Vertretern der Stadtverwaltung und die Umsetzung der gemeinsamen Vision.“

 

Aber auch andere Vorhaben, die eingestielt sind, spielen für die Mönchengladbacher Delegation in München eine wichtige Rolle. So plant die Stadt vor dem Hintergrund des Rahmenplans Abteiberg im Zusammenhang mit dem Verkauf des Haus Erholung einen Hotelneubau auf dem Nachbargrundstück. In einem europaweiten Ausschreibungsverfahren soll nach einem positiven Ratsbeschluss in einem mehrstufigen Verfahren ein Projektentwickler und Investor gesucht werden. Gleiches gilt auch für das Flughafengelände, das durch den Erwerb der Düsseldorfer Anteile durch die EWMG ganz neue Entwicklungsperspektiven im Mönchengladbacher Norden bietet. Wie sich das Areal zukünftig entwickeln könnte, wird ein von der EWMG extern in Auftrag gegebenes und zum Jahresende erwartetes Gutachten zeigen.

 

Goodman kauft letztes Grundstück im Regiopark

 

Eine weitere positive Nachricht hatte Dr. Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer von WFMG und EWMG, zu vermelden: Der Immobilienkonzern Goodman erweitert sein Portfolio im Regiopark Mönchengladbach um ein neues Grundstück – das letzte verfügbare am Standort. Das gesamte Areal hat eine Grundfläche von rund 60.000 Quadratmetern. Dort soll eine etwa 33.000 Quadratmeter große Logistikimmobilie entstehen, die in drei Units mit je rund 10.000 Quadratmetern unterteilt werden kann.

 

„Unser Team analysiert pausenlos Standorte deutschlandweit. Der Regiopark Mönchengladbach gehört dabei zu einem der wichtigsten Logistik-Hotspots am Niederrhein. Er steht für einen besonders guten Verkehrsanschluss an die Benelux-Länder, aber auch an das überregionale Straßennetz mit der direkten Lage an der A61 und den West-Ost-Autobahnen“, erläutert Christof Prange, Head of Business Development bei Goodman in Deutschland, die Entscheidung für ein weiteres Engagement in Mönchengladbach. „Goodman hat im Regiopark bereits 412.500 Quadratmeter erstklassige Logistikflächen entwickelt, unter anderem für ESPRIT und Zalando. Daher haben wir die Gelegenheit genutzt, in ein weiteres Grundstück in dieser Region zu investieren.“

 

Der Standort südlich von Mönchengladbach bietet optimale Bedingungen für Logistikunternehmen: Das etwa 60.000 Quadratmeter große Grundstück liegt nur zwei Kilometer entfernt von der A61. Die Grundfläche der geplanten Logistikanlage beläuft sich auf fast 33.000 Quadratmeter. Dabei ist die Immobilie in drei etwa gleich große Einheiten teilbar. Ein weiterer Vorteil des Komplexes im Regiopark wird der rund um die Uhr unbeschränkte Zugang sein. „Mit dem Verkauf der Logistikfläche an Goodman ist das Entwicklungsgebiet im Regiopark vollständig ausverkauft. Auf der rund 120 Hektar großen Gesamtfläche des Logistikgebiets wurden so bereits 5.000 Arbeitsplätze für den Standort Mönchengladbach geschaffen. Durch das neue Projekt von Goodman kommen schätzungsweise 200 weitere Arbeitsplätze hinzu“, freut sich Dr. Schückhaus.

-jfk

 

BU: Auftaktrunde auf dem Gemeinschaftsstand der Standort Niederrhein GmbH bei der Expo Real mit NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung Ina Scharrenbach, den (Ober-)Bürgermeistern und Landräten.

Foto: Stadt Mönchengladbach

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