Mönchengladbach. Der Mut zur Vision hat sich gelohnt: Der städtebauliche Masterplan MG 3.0 hat eine Entwicklung in Gang gesetzt, deren Kraft bei der Gründung des Vereins im Jahr 2010 wohl kaum einer der Beteiligten in diesem Ausmaß für möglich gehalten hatte. Als größter lokaler Finanzakteur in der Stadt sind wir in unserer täglichen Arbeit ganz konkret mit den Interessen von Investoren beschäftigt, die unsere Stadt in all den Jahren zuvor nicht auf dem Radar hatten.

 

Ein Gastbeitrag von Hartmut Wnuck

 

Mit Hilfe des Masterplans, der Operationalisierung durch die Stadtentwicklungsstrategie mg+ Wachsende Stadt und schließlich nach Abschluss der umfassenden Planungsphase für die zahlreichen Projekte, können wir heute mit Überzeugung und auch mit Vorfreude sagen: Jetzt geht es richtig los!

 

Wie groß, grundsätzlich und nachhaltig der Sprung ist, den Mönchengladbach gerade macht, kann man nur ermessen, wenn man sich noch einmal die Ausgangsbedingungen in Erinnerung ruft. Die Kerben der Vergangenheit waren in Mönchengladbach ein Stück tiefer als in manch anderer, ähnlich großen Stadt. Die Deindustrialisierung in der Textilindustrie, später auch im Textilmaschinenbau, hat Mönchengladbach so hart getroffen, dass die Folgen noch Jahrzehnte später nicht zu übersehen sind. Dass in unserer Stadt besonders viele Menschen auf staatliche Leistungen angewiesen sind, ist ein Erbe dieser Zeit. Eine Stadt, die mit Rückschlägen umzugehen gelernt hatte – das war Mönchengladbach über Jahrzehnte. Die Aufgabe des JHQ durch die britischen Streitkräfte war einer dieser Nackenschläge der jüngeren Vergangenheit.

 

Dass die Stadt sich aus ihrer Geschichte heraus manche Doppelstruktur wie zum Beispiel zwei Zentren leistete, machte sie nicht unbedingt widerstandsfähiger für die Herausforderungen. Doch all diese Faktoren waren nur eine Seite der Medaille. Auch in ihren schweren Zeiten war Mönchengladbach die größte Stadt am Niederrhein, in der Boom-Region Rheinland gelegen, zwischen Rhein und Maas, mit 15 Millionen Menschen im Umkreis von 100 Kilometern, mit hervorragender Verkehrsanbindung.
Schon immer war Mönchengladbach eine bemerkenswert grüne Großstadt: Wer hat schon so besondere Grünflächen wie den Bunten Garten, den Hans-Jonas-Park, den Schmölderpark oder den Bresges-Park mitten in seinem Zentrum? Und genau das war wohl der Grund für das Entstehen des Masterplans: das Gefühl, dass diese beiden Seiten der Medaille zu unterschiedlich sind. Es war das klare Gefühl, dass Mönchengladbach großes Potenzial hat und dass es nach Jahren der Stagnation an der Zeit ist, dieses Potenzial zu wecken. Dass die Stadt deutlich mehr kann. Und dass es nicht viel mehr braucht als ein konkretes Zielbild, einen starken Impuls, um diese Stadt grundsätzlich und nachhaltig voranzubringen.

 

Gerüstet für den Positionierungs-Marathon

 

Der Rest ist inzwischen ein Stück Geschichte, und zwar eine, für die wir alle sehr dankbar sein können. In einer Stadt des Mittelstands, in einer Stadt ohne Dax-Konzerne kamen 1,3 Millionen Euro aus der Unternehmerschaft für den Masterplan und den Umsetzungsprozess zusammen. Mönchengladbach nutzte die Gunst der Stunde. Dass ein international renommiertes Architekturbüro für den Masterplan gewonnen werden konnte, dass plötzlich Bürger, Unternehmer, Architektenschaft, Politik und Verwaltung gemeinsam am selben Ziel arbeiteten, dass mit Dr. Gregor Bonin ein ebenso renommierter Experte für die entscheidende Aufgabe der Umsetzung gewonnen werden konnte, das war vielleicht auch das Glück des Tüchtigen.

 

Nun ist das Brett, das es zu bohren gilt, nicht allein durch den Masterplan dünner geworden. Wir reden bei der Neupositionierung der Stadt weder über Kurz- noch über Mittelstrecke, sondern über einen Marathonlauf. Doch für den ist Mönchengladbach nunmehr gerüstet. Das kann ich aus meiner täglichen Arbeit voller Überzeugung sagen. Als größter lokaler Finanzakteur verstehen wir uns als kompetenter Finanzpartner auch für die großen Investoren, die in Mönchengladbach Projekte realisieren. Wir haben in letzter Zeit erfreulich viel mit Investoren zu tun, die sich erstmals für Invests in unserer Stadt interessieren.

 

Wenn wir heute Gastgeber des Heuer Immobilien-Dialog sind, kommen Hochkaräter der Immobilienwirtschaft zu uns an den Bismarckplatz, die Mönchengladbach vor einigen Jahren allenfalls als Fußballstadt, nicht aber als attraktiven Wirtschaftsstandort wahrgenommen haben.

 

Lange Planungsphase war nötig

 

Wenn wir auf einer der entscheidenden Messen wie der EXPO REAL in München unterwegs sind, wird klar: Mönchengladbach hat inzwischen eine exponierte Stellung. Dass hier viel passiert, dass es hier spannende Projekte gibt, dass ein klares, attraktives Zielbild existiert, hat sich herumgesprochen. Und es bleibt nicht beim anerkennenden Blick auf unsere Stadt. Man kann ohne jede Übertreibung sagen: Wir haben uns binnen kurzer Zeit von einem uninteressanten C-Standort zu einem veritablen Player im relevant set entwickelt.

 

Viele Investoren wollen den Aufbruch der Stadt aktiv mitgestalten, sehen hier besonders gute Möglichkeiten der Entwicklung. Das freut uns als Stadtsparkasse Mönchengladbach in mehrfacher Hinsicht. Wir spüren den Aufschwung schon jetzt ganz konkret in unseren Ergebnissen. Wir haben uns für diese neue Herausforderung organisatorisch neu aufgestellt. Und über das Geschäft hinaus ist es uns ein besonderes Anliegen, dass Mönchengladbach aufblüht: Denn wir sind von unserer Stadt überzeugt, wir leben hier, wir freuen uns von Herzen über diesen überfälligen Aufschwung.

 

Als Finanzpartner spüren wir diesen Aufschwung früher als ihn die Bürger erleben können. Das liegt in der Natur der Sache. Denn große Investitionen haben einen erheblichen Vorlauf: Bevor sich Kräne drehen, braucht es Pläne, müssen Investoren mit Banken verhandeln, muss die Stadt Baurecht schaffen. Da es gerade so viele Projekte an so vielen Stellen der Stadt sind, die umgesetzt werden, hat es eine Weile gedauert, bis auf den ersten großen Baustellen die Veränderung der Stadt unmittelbar zu erleben ist. Doch die lange Planungsphase war nötig, und sie hat sich gelohnt. Bald rollen die Bagger: in der Seestadt mg+ oder vor dem Mönchengladbacher Hauptbahnhof – um nur zwei der besonders großen Projekte zu nennen.

 

Schon viel passiert, noch viel Potenzial

 

Viel ist schon passiert. Nord- und Regiopark haben sich hervorragend entwickelt. Inzwischen gibt es Bürobauten in Mönchengladbach, die nicht vor Baustart schon weitgehend vermietet sind, weil die Investoren überzeugt sind, dass sie Mieter finden werden und deshalb bereit sind mehr Risiko zu tragen. Die Textilakademie ist ein Aushängeschild. Westend.MG als Heimat für Start-ups ist ein Schritt in die richtige Richtung, um eine innovative Gründerkultur in unserer Stadt zu etablieren. Und auch im Freizeitbereich, der wesentlich ist für eine lebendige, lebenswerte Stadt, gibt es Belebung, zum Beispiel durch den Sparkassenpark.

 

Und es bleibt viel Potenzial: in der Gladbacher Innenstadt, in der das Maria-Hilf-Gelände großartige Möglichkeiten bietet und in der die Markthalle schon bald für neue Belebung sorgen wird. Im Herzen von Rheydt, wo die Realisierung eines zentralen Verwaltungsstandortes die Attraktivität der Innenstadt spürbar steigern kann. Im Umfeld der Hochschule, wo sich hochschulaffine Unternehmen ansiedeln können, die attraktive Arbeitsplätze bieten. Am Flughafen, der ein Standortvorteil für die Stadt ist und bleibt.

 

Viel Anlass für Optimismus

 

Mönchengladbach verändert seinen Charakter in diesen Jahren so stark wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Unsere Stadt wird zur Heimat von neuen Unternehmen. Neue Quartiere entstehen und bestehende werden mit viel Feingefühl weiterentwickelt. Sie werden die Stadt an vielen Stellen noch lebenswerter machen. Es braucht weiter Geduld und viel Kommunikation. Bürger erwarten heute zu Recht, dass sie ihre Stadt nicht nur alle fünf Jahre bei der Kommunalwahl mitgestalten können. Sie wollen nicht nur informiert, sondern einbezogen werden. Sie wollen mitreden. Und das ist gut so. Bürger haben heute vielfältige Vorstellungen von einer lebenswerten Stadt, von Mobilität und Nachhaltigkeit. Auch hier war der Masterplan wegweisend. Er hat Stadtplanung auch zur Bürgersache gemacht.

 

Das gilt ganz besonders für den Qualitätsanspruch, den der Masterplan formuliert hat. Es geht nicht um Bauen um des Bauens willen. Die Stadt muss nicht nur quantitativ wachsen, sie muss vor allem qualitativ wachsen. Der Kern dafür war im Masterplan mit den strategischen Zielen Vielfalt und Belebung, Vernetzung und Mobilität, grüner Händedruck, Innenentwicklung und Identität und Charakter angelegt. Auch dies ist ein Grund dafür, dass wir uns ab der ersten Stunde für den Masterplan engagiert haben. Die Stadtentwicklungsstrategie mg+ Wachsende Stadt hat diese Ziele übersetzt, operationalisiert und den Qualitätsanspruch noch geschärft. Es gibt noch viel zu tun. Und das kann auch gar nicht anders sein. Denn dieser Prozess ist eben kein Strohfeuer. Er ist auf Jahrzehnte angelegt. So viel Zeit braucht es, um eine Stadt wirklich neu zu entwickeln.

 

Dabei ist es besonders wichtig, das langfristige Zielbild den Unternehmen sowie insbesondere den Bürgerinnen und Bürgern immer wieder anschaulich zu vermitteln. Schon lange nicht mehr gab es in Mönchengladbach so viel Anlass für Optimismus wie im Moment. Der Masterplan war für diese Entwicklung mehr als nur eine Initialzündung. Jetzt gilt es, das Gesäte nach und nach zu ernten. Das bedeutet viel Arbeit und braucht einen langen Atem und natürlich auch konjunkturellen Rückenwind. Als Stadtsparkasse werden wir diesen Prozess weiter voller Überzeugung, Energie und Freude begleiten und mit unseren Mitteln womöglich auch mitgestalten.

 

 

ZUR PERSON

Hartmut Wnuck ist seit 2013 Vorstandsvorsitzender der Stadtsparkasse Mönchengladbach. Er gehört bereits seit dem 1. April 2001 dem Vorstand des Hauses an.

 

 

MG3.0 – MISSION ERFÜLLT!

„Mehr als nur eine Initialzündung“ ist ein Beitrag aus der Dokumentation „MG3.0 – Mission erfüllt!“, herausgegeben vom MG3.0_Masterplan Mönchengladbach e.V. / c/o IHK Mittlerer Niederrhein

 

 

 

ÜBER DIE STADTSPARKASSE MG

Die Geschichte der Stadtsparkasse Mönchengladbach reicht zurück bis ins Jahr 1853. Mit 5 Milliarden Euro Geschäftsvolumen ist die Stadtsparkasse das größte lokale Kreditinstitut und Marktführer im Finanzdienstleistungssektor in Mönchengladbach. Zwei von drei Mönchengladbacher Bürgern sind Kunden der Stadtsparkasse. Auch die regionale Wirtschaft profitiert von der Stadtsparkasse: Die Berater aus dem Firmen- und Geschäftskundenbereich kennen sich in der Stadt besonders gut aus, wichtige Entscheidungen werden schnell und direkt vor Ort getroffen.

 

 

IM NETZ
www.sparkasse-mg.de

 

Foto_Credits: SSK MG, Wirtschaftsstandort

 

„Mehr als nur eine Initialzündung“ ist ein Beitrag 
aus der aktuellen Ausgabe des Magazins Wirtschaftsstandort Mönchengladbach. 
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