Die erste Sprint-Etappe der Tour de France auf der Bismarckstraße ist schon jetzt ein Meilenstein in der Event-Geschichte Mönchengladbachs. Foto: Andreas Baum

 

Mönchengladbach. Die Sprint-Etappe der Tour de France war das jüngste, aber nicht das letzte Veranstaltungs-Highlight in Mönchengladbach. Peter Schlipköter, Geschäftsführer der städtischen Marketing-Gesellschaft MGMG, über den Stellenwert der Vitusstadt als kompetenter Event-Partner.

Herr Schlipköter, nach monatelangen Vorbereitungen ist der große Tag, die Tour de France in Mönchengladbach, nun vorbei. Wie fällt Ihr Fazit aus?
Peter Schlipköter: Für Mönchengladbach war es ein sehr erfolgreicher Tag! Wir hatten insgesamt über 150.000 Besucher entlang der Strecke, und man hat überall gemerkt, wie sehr sich die Mönchengladbacher auf „ihre“ Tour gefreut haben. Die Stimmung war prächtig und das Wichtigste: Es kam zu keinerlei Problemen beim organisatorischen Ablaufs.

Worauf führen Sie das zurück?
Mehrere Faktoren waren entscheidend. Zum einen waren wir im Vorfeld hinsichtlich der Kommunikation mit den Bürgern so gut unterwegs, dass jeder informiert war und verstanden hat, wo es zu verkehrstechnischen Einschränkungen kommen wird. Deswegen an dieser Stelle auch ein großes Kompliment an die Mönchengladbacher, die sich sehr kooperativ und verständnisvoll gezeigt haben. Für die Besucher von außerhalb, die mit dem Pkw angereist sind, gab es ausreichend Parkmöglichkeiten am Nordpark und auf den erreichbaren Schulhöfen in der Stadt. Insgesamt sind wir sehr dankbar, dass wir durch die Stadt, die Feuerwehr und Polizei sowie das Technische Hilfswerk und Schmitz Security eine exzellente Unterstützung hatten.

Die bekamen Sie auch durch die vielen freiwilligen Helfer, die sich im Vorfeld gemeldet hatten…
In der Tat war es erfreulich, dass sich über 240 Volunteers gemeldet hatten und diese dann auch so gut wie alle am Tag der Tour de France um 6 Uhr morgens zum Check-in erschienen sind. Sie waren dann elf Stunden im Einsatz, und das alles ehrenamtlich. Auch bei den Volunteers konnte man ganz deutlich merken, wie glücklich sie waren, ein wichtiger Teil der Tour sein zu können. Ohne diese freiwilligen Helfer wäre es nicht so leicht gewesen, einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu garantieren. Gerade an sensiblen Bereichen wie der Bismarckstraße benötigten wir eine starke Präsenz von Helfern. Insofern sind wir dankbar, dass uns so viele Mönchengladbacher – übrigens quer durch alle Alters- und sozialen Schichten – als Volunteers unterstützt haben. Alles in allem waren an diesem Tag rund 1.000 Menschen im Einsatz, um die Durchfahrt der Tour in Mönchengladbach möglich zu machen.

„Wir haben mit dieser Veranstaltungsdichte einmal mehr bewiesen, dass Mönchengladbach
eine extrem hohe Kompetenz bei der Durchführung hochkarätiger Events besitzt“
MGMG-Geschäftsführer Peter Schlipköter

Wie hat die Stadt Mönchengladbach von der Tour de France profitiert?
Die Tour war ein enormes Medienereignis, von dem wir als Stadt mit der Austragung der ersten Sprintwertung ganz besonders profitiert haben. Es war ein riesiger Image-Gewinn für Mönchengladbach: Rund 100 Sender haben in 190 Ländern rund live übertragen, unter anderem die ARD und Eurosport; insgesamt sprechen wir über 90 Stunden Fernsehzeit. Die Übertragung der zweiten Etappe am Sonntag von Düsseldorf nach Lüttich schauten 1,49 Millionen Zuschauer, die spätere Zusammenfassung 1,75 Millionen Zuschauer. Darüber hinaus berichteten Hunderte von Journalisten aus den Bereichen Print, Hörfunk und Online im Vorlauf sowie am Sonntag und Montag über die Tour in Mönchengladbach. Auch unsere laufende Berichterstattung über die Sozialen Medien wie Facebook und Twitter wurde den ganzen Sonntag über hervorragend angenommen und verfolgt.

Peter Schlipköter ist seit über 15 Jahren Geschäftsführer der MGMG. Foto: MGMG

Sie hatten im Vorfeld die Organisation dieses Tour-Tages mit dem Aufwand für das NATO-Musikfest verglichen. Hat sich dies bestätigt?
Das kann man so unterschreiben. Mit den Vorbereitungen für die Tour de France haben wir vor über einem Jahr begonnen. In den acht Wochen vor der Tour-Durchfahrt haben wir praktisch Tag und Nacht gearbeitet, denn wir hatten ja in dieser Zeit noch andere Veranstaltungen wie etwa die Ensemblia, das Turmfest inklusive Triathlon-Wettkampf und den Vortrag von Jacques Piccard in der Reihe „Pioniere der Welt“ vorzubereiten. Ich glaube, wir haben mit dieser Veranstaltungsdichte einmal mehr bewiesen, dass Mönchengladbach eine extrem hohe Kompetenz bei der Durchführung hochkarätiger Events besitzt.

Mönchengladbach bewirbt sich als Austragungsort für die Fußball-Europameisterschaft 2024. Spielen solche Erfahrungen, die Sie nun wieder gewonnen haben, und die Außendarstellung der Stadt hierbei eine Rolle?
Sie können auf jeden Fall nicht schaden. Bei der Vergabe der EM-Austragungsorte wird neben der Infrastruktur im Umfeld des Stadions auch ganz genau darauf geschaut, ob eine Kommune in der Lage ist, den entsprechenden organisatorischen Aufwand im Vorfeld und während des Events zu stemmen – das ist auch ein Unterscheidungsmerkmal im Vergleich zu anderen Städten. Wir können in dieser Hinsicht mit Fug und Recht sagen: Wir können das! Auch weil wir durch die Durchführung des Tour-Events wieder eine Menge gelernt haben.

Was zum Beispiel?
Wir haben für dieses Event beispielsweise neue Tools hinsichtlich der Besucherführung entwickelt. Diese haben sich als sehr praktikabel erwiesen und werden auch bei unseren kommenden Veranstaltungen zum Einsatz kommen.

Kann man Mönchengladbach inzwischen als Event-Stadt bezeichnen?
Ohne Wenn und Aber ja! Wir haben das ganze Jahr über eine ganze Reihe an hochkarätigen Veranstaltungen in der Stadt, wo es an manchen Wochenenden schon schwerfällt sich zu entscheiden, welche man besuchen soll. Im Vergleich zur Situation von vor zehn, 15 Jahren ist die aktuelle Entwicklung ein Quantensprung. Damals gab es als Marke nur Borussia, die heute natürlich genauso stark und wichtig für die Stadt ist – aber es darf nicht die einzige sein. Heute haben wir neben unseren immer stark frequentierten Veranstaltungen Ritterfest und Turmfest beispielsweise die Veranstaltungsreihen „Pioniere der Welt“ und „Nobelpreisträger in MG“, wir haben die Sommermusik auf Schloss Rheydt, die Konzerte mit Weltstars im SparkassenPark, das ARAG Big Air – in Mönchengladbach geht die Post ab!

Auf welche Veranstaltungs-Highlights dürfen sich die Mönchengladbacher in den kommenden Wochen und Monaten freuen?
Am letzten Juli-Wochenende steigt traditionell das Fest am See am Schloss Wickrath, kurz darauf erwarten wir zum Ritterfest auf Schloss Rheydt wieder insgesamt rund 14.000 Besucher. Der Konzert-Sommer dauert mit den Konzerten im SparkassenPark und der Sommermusik noch bis Ende August. Im November erleben wir die jungen musikalischen „Rising Stars“ in der Kaiser-Friedrich-Halle, und auch das Programm 2018 für die Reihen „Pioniere der Welt und „Nobelpreisträger in MG“ steht so gut wie fest. Ein Highlight ist hier sicher der Besuch von Verpackungskünstler Christo. Ich kann Ihnen schon jetzt versprechen: Auch das Event-Jahr 2018 in Mönchengladbach wird spannend!

Mit MGMG-Geschäftsführer Peter Schlipköter
sprach Wirtschaftsstandort-Redakteur Jan Finken

IM NETZ
www.mgmg.de