Niederkrüchten. In dieser Woche hat die Schule wieder begonnen, in der alten Grundschule in Niederkrüchten ist es jedoch still geblieben. Nicht etwa wegen Corona, sondern weil die Kinder nun an neuer Stelle unterrichtet werden. An der Dr.-Lindemann-Straße wird es aber nicht lange still bleiben, denn hier entstehen durch die GWG (Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft Kreis Viersen AG) 23 barrierearme, kleine bis mittlere Wohnungen und eine Tagespflege – betrieben von der Stiftung St. Laurentius – mit zwölf Plätzen.

 

Mit einem – laut Niederkrüchtens Bürgermeister Kalle Wassong – dem Anlass entsprechenden „großen Auflauf“ fiel in dieser Woche der Startschuss für das Großprojekt, das von der GWG in Kooperation mit der Gemeinde Niederkrüchten, dem Kreis und der Stiftung St. Laurentius durchgeführt wird. Im Schulhof der ehemaligen Grundschule informierten Architekt Norbert Rennen, Herbert Keufner, Einrichtungsleiter der Stiftung St. Laurentius, GWG-Vorstand Michael Aach, Landrat Dr. Andreas Coenen und Bürgermeister Kalle Wassong Anwohner und Interessierte über das, was da in den nächsten etwa zweieinhalb Jahren auf die Niederkrüchtener zukommt.

 

„Wir befinden uns hier auf historischem Boden“, betonte Kalle Wassong, „mit unserer Grundschule verbinden die Niederkrüchtener viele Emotionen. Wenn es soweit ist, möchten wir alle einladen, um sich von ihrer Schule zu verabschieden.“ Den Bau der Wohnungen und der neuen Tagespflege begrüßte Wassong ausdrücklich. Kleinteiliges Wohnen werde immer stärker nachgefragt und bei der Tagespflege habe man einen regelrechten Nachholbedarf. Dies habe auch der Pflegebedarfsplan konstatiert.

 

Das Thema Wohnungsnot sei im Kreis Viersen in den vergangenen Jahren größer geworden, konstatierte Landrat und GWG-Vorstand Dr. Andreas Coenen. Gerade bei kleinen Wohnungen herrsche ein Mangel. Seit 2015 verfolge die GWG eine Neubauoffensive, durch die bereits 173 Wohnungen entstanden sind – gut 300 entstehen insgesamt, über 200 sind öffentlich gefördert.

 

Die Entwürfe für den neuen Gebäudekomplex auf dem Gelände der alten Grundschule Niederkrüchten zeigen, wie „Alt-“ und Neubau verbunden werden und geben einen Eindruck von dem künftigen Wohnquartier. Grafiken: Architekten Rennen

 

Auch ein erheblicher Teil der neuen Wohnungen am Standort der alten Grundschule werden öffentlich gefördert sein – zehn von 23. Sechs Einzimmer-, zwölf Zweizimmer- und zwei Dreizimmerwohnungen werden in den neu errichteten Gebäuden entstehen. Der einzig verbleibende „Altbau“ – ein Gebäude aus dem Jahr 2001 – wird nach umfangreichem Umbau im Erdgeschoss die Tagespflege beherbergen und weitere drei Wohnungen im Obergeschoss.
Laut Architekt Norbert Rennen wird der Neubau von der Straße zurückweichen und auch nicht so hoch wie die aktuelle Bebauung sein. „Bei der Fassade haben wir uns für den in der Gegend beliebten Klinker entschieden“, erklärt Rennen, „auf eine Unterkellerung verzichten wir im Gros. Abstell- und Waschräume werden direkt auf der Etage entstehen.“ Die letzten Details zur Gestaltung seien aber noch nicht festgelegt.

 

5,7 Millionen Euro Projektvolumen hat der Wohn- und Pflegekomplex, der trotz Barrierearmut und Schwellenfreiheit aber nicht nur für ältere Menschen gedacht sei, betont Kalle Wassong. Es solle ein generationenübergreifendes Wohnquartier für Jung und Alt entstehen.

 

Die Stiftung St. Laurentius wiederum freut sich, nach Elmpt im Herzen von Alt-Niederkrüchten ein Angebot mit kurzen Wegen für die Menschen vor Ort zu schaffen – mit Unterstützungs- und Beratungsangeboten für pflegende Angehörige. Nach Abschluss der Abrissarbeiten soll im nächsten Sommer mit den Bauarbeiten begonnen werden. „Wir rechnen mit einer Bauzeit von etwa 18 Monaten bis zur Fertigstellung“, erklärt GWG-Vorstand Michael Aach.

 

Interessierte können sich bereits jetzt bei GWG-Prokurist Mike Zander bereits jetzt unter 02162.57 80 -541 oder per Mail an m.zander@gwg-kreis-viersen.de melden und unverbindlich auf eine Liste setzen lassen. Etwa ein halbes Jahr vor Fertigstellung wird nachgefragt, ob noch Interesse besteht.

Text: Yvonne Simeonidis

 

Bildunterschrift (oben): Niederkrüchtens Bürgermeister Kalle Wassong, Architekt Norbert Rennen, Landrat Dr. Andreas Coenen, GWG-Vorstand Michael Aach und Einrichtungsleiter der Stiftung St. Laurentius Herbert Keufner stellten das Wohn- und Tagespflegeprojekt an der alten Grundschule vor.
Foto: Yvonne Simeonidis