„Theo“ benötigt ein neues Dach über dem Kopf. Dafür sollte die in die Jahre gekommene „grüne Raupe“ verschwinden. Hinter dieser kryptischen Beschreibung verbirgt sich ein spektakuläres Neubauprojekt, welches – womöglich weltweit – einzigartig ist. „Theo“ ist das Luftschiff der WDL-Gruppe, beheimatet am Flughafen Essen-Mülheim. Untergebracht war es bis Anfang des Jahres in der „grünen Raupe“, wie der Volksmund den in die Jahre gekommenen Hangar getauft hat. Dieser ist nun seit Anfang des Jahres Vergangenheit und an seine Stelle tritt eine neue Luftschiffhalle aus Holz und recyceltem Material. 92 Meter lang, 42 Meter breit, 26 Meter hoch, eine Bruttogrundfläche von mehr als 3.400 Quadratmetern: Reichlich Platz für „Theo“ und als aufsehenerregende Event-Location für bis zu 1.500 Personen geplant. Ein Projekt, spannend für jeden Architekten und Ingenieur. Benjamin Gronau und sein Team von der Gronau Plan GbR können diesen Traum leben: Das Planungs- und Architekturbüro, beheimatet in Wegberg in der Nähe von Mönchengladbach, ist mit der Ausführungsplanung und Bauleitung beauftragt und setzt damit die Pläne des Mülheimer Architekturbüros Smyk Fischer Architekten um.

„Gronau bringt Kompetenz und Leidenschaft mit“
Frank Peylo, WDL-Geschäftsführer

Es ist das größte, spannendste und aufregendste Projekt, welches das Familienunternehmen, das in dritter Generation geführt wird, bislang betreuen durfte. Gronau überzeugte für diesen Auftrag mit langjähriger Erfahrung im Wohn- sowie industriellen Gewerbebau und ist ein attraktiver Partner für Bauherren, aber auch für Architekten, die einen kompetenten Generalunternehmer für die Ausführung des jeweiligen Bauvorhabens suchen. „Der Neubau der Luftschiffhalle ist eine spannende Aufgabe, die nur von einem professionellen Team aus Planern und Bauausführenden zu bewältigen ist“, sagt Benjamin Gronau. Er selbst sei sofort Feuer und Flamme gewesen, als er das erste Mal von dem Vorhaben erfahren habe. Die Expertise in den Bereichen Gewerbeimmobilien sowie nachhaltigem Bauen gab den Ausschlag zugunsten der Firma Gronau. „Außerdem haben wir schnell festgestellt, dass das Team um Benjamin Gronau neben der nötigen Kompetenz auch die Leidenschaft für ein Projekt dieser Art mitbringt“, betont Frank Peylo, geschäftsführender Gesellschafter der WDL-Gruppe.

Der ganze Bau verschlingt ein Holzvolumen von zirka 557 Tonnen.

Der Neubau ist nicht nur aufgrund seiner Dimensionen außergewöhnlich. Statt aus Stahl, was der klassische Ansatz wäre, wird die Konstruktion oberhalb der Fundamente fast ausschließlich aus Holz gefertigt. Der ganze Bau verschlingt ein Holzvolumen von zirka 557 Tonnen. „Dieses Holz wächst in deutschen Wäldern rechnerisch in etwa 400 Sekunden nach“, verweist Benjamin Gronau auf den nicht unwichtigen Nachhaltigkeitsaspekt. Im Sinne des zirkulären Bauens wurden die Fundamente vor Ort aufgebrochen und als recycelte Schottertragschicht wieder eingebaut. Für die neuen Bodenflächen verwendet man gebrauchte Stelconplatten, die aus einem Bauvorhaben ganz in der Nähe stammen. Das Zertifizierungsziel für das Gesamtprojekt lautet DGNB Gold. Die Außenhaut wird aus Aluminium bestehen, was dem Hangar eine silbrige Erscheinung verleihen wird. Jedes Gewerk stellt dabei eine Besonderheit dar. Bestes Beispiel ist die flügelige Torkonstruktion: Die Öffnung ist 34 Meter breit und 21,50 Meter hoch. „Das beauftragte Planungsbüro baut normalerweise Schleusentore“, erklärt Benjamin Gronau.

Netzwerk von starken Partnern

Im kommenden Winter wird „Theo“ schon witterungsgeschützt in der neuen Halle untergebracht, die endgültige Fertigstellung des Hangars ist für Anfang kommenden Jahres geplant. Der Zeitplan war von Anfang an ehrgeizig: Erst im April dieses Jahres begannen die Abrissarbeiten der alten Halle. Mitte Juni erfolgte die sogenannte „Grundholzlegung“ für den neuen Hangar im Beisein von Oberbürgermeister Marc Buchholz. Seit Mitte September laufen die Bauarbeiten am Tragwerk, das als Fachwerkkonstruktion ausgeführt wird; Anfang 2024 soll Übergabe des Bauwerks sein. Die Wegberger Fachleute sind optimistisch, den Zeitplan einhalten zu können. Mit termingerechter Fertigstellung kennt sich das rund 20-köpfige Team bestens aus. „Durch unser Netzwerk können wir starke Partner für die Bauausführung begeistern“, betont Benjamin Gronau. Insbesondere die Einhaltung des Zeitplans sei nur dank langjähriger Partnerschaften möglich. „Dadurch sind wir in der glücklichen Lage, immer die passenden Fachleute an der Hand und vor allem auf der Baustelle zu haben.“ Mit dem Bau von Hallentragwerken ist das Familienunternehmen bestens vertraut. Seit 1975 plant und baut die Firma Gronau in ganz Nordrhein-Westfalen Gewerbeimmobilien, Wohn- und Geschäftshäuser und Supermärkte. Hierbei bringt sich das Team der Gronaus entweder klassisch als Architekt oder als Generalunternehmer in die jeweiligen Projekte ein.

Benjamin Gronau

Apropos klassisch: Näher am normalen Tagesgeschäft, aber nicht minder spannend und herausfordernd ist die aktuelle Kooperation mit dem jungen Wegberger Unternehmen INperfektion GmbH. INperfektion ist auf Automatisierungslösungen in Industrie und Logistik spezialisiert, wuchs schnell und stieß deshalb an seine Grenzen – ein Neubau sollte her. Was lag da näher als Gronau, einen Steinwurf von INperfektion im Industriegebiet „Wegberg Oval“ beheimatet, mit der Planung und Durchführung des Objekts zu beauftragen? „Zumal die Chemie zwischen den beiden INperfektion-Gründer Carsten Finke und Ralf Aldenhoven sowie uns von Beginn an stimmte“, so Benjamin Gronau. Das und die Expertise von INpefektion führte übrigens auch zu einem Auftrag beim Bau der Luftschiffhalle in Mülheim: INperfektion fertigt dort die aufwendigen Flügeltore des Hangars.

Neue Zentrale mit Showroom und Dachterrasse

Anfang April 2022 – also ziemlich parallel zum Hallenprojekt in Mülheim – erfolgte auf einer freien Fläche, zwischen dem bestehenden Bürogebäude und der Montagehalle, der erste Spatenstich für das neue Firmengebäude an der Friedrich-List-Allee. Es wird insgesamt rund 1.400 Quadratmeter Bürofläche auf drei Etagen vorhalten und rund 3,8 Millionen Euro kosten. Es bietet Platz für rund 60 Mitarbeitende. Im Frühjahr 2023, nach 14 Monaten Bauzeit, werden auch mindestens acht neue Arbeitskräfte einziehen. „Wir errichten ein Effizienzhaus 40 EE“, erklärt Benjamin Gronau. Vorgesehen sind unter anderem eine kontrollierte Lüftungsanlage, eine Wärmepumpenanlage sowie Photovoltaik auf dem Flachdach. Die Gronau GmbH & Co. KG realisiert das Vorhaben von der ersten Skizze bis zur schlüsselfertigen Übergabe.

Den Mittelpunkt des Gebäudes wird der Showroom bilden. In ihm sollen Roboter-Applikationen oder Sondermaschinen besonders zur Geltung kommen. Viel Glas sorgt für Transparenz sowohl nach außen als auch im Inneren. „Der Showroom ist aus allen drei Etagen einsehbar“, erklärt der Architekt. Die Gestaltung soll auch die Kommunikation fördern. Außer dem Empfangsbereich und den Büros ist ein großer Schulungsraum in der dritten Etage vorgesehen. Für Pausen bietet sich die großzügige Dachterrasse an.

Björn Gronau

Die Wegberger Familienunternehmen – neben Benjamin Gronau sind Lutz Gronau und Björn Gronau Geschäftsführer des mittelständischen Betriebs – vereint zwei Kompetenzbereiche unter einem Dach: die Planung und die Bauausführung als Generalunternehmer. Entwürfe für Bauvorhaben sowie umfassende Konzeptionsplanungen werden für Projekte in ganz Deutschland erstellt. Für eine Bauleitung ist Nordrhein-Westfalen das Haupteinsatzgebiet. Projekte für den Mittelstand bilden das Kerngeschäft. Zudem haben sich die Wegberger einen Namen im Lebensmitteleinzelhandel gemacht: Erst kürzlich haben sie einen neuen REWE-Markt in ihrer Heimatstadt fertiggestellt. Für REWE, mit rund 3.300 Märkten der zweitgrößte Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland, hat Gronau bereits etliche Großprojekte in der Region realisiert. Dabei punktet das 18-köpfige Team aus Architekten, Bauingenieuren und Technikern mit zwei Versprechen: „Wir stehen zu einem fixen Preis und zu einem fixen Übergabetermin“, betont Benjamin Gronau.

Projekte in Mönchengladbach

Verlässlichkeit und Kompetenz, die sich längst auch in Mönchengladbach herumgesprochen haben. Bei einem Gedanken- und Ideenaustausch mit der Mönchengladbacher Wirtschaftsförderung WFMG war die Schnittmenge zwischen beiden Seiten erfreulich groß, sodass Gronau seinen Blick verstärkt auf potenzielle Aktivitäten in Mönchengladbach legen will. „Wir sind mit unserer Expertise im Wohn- sowie industriellen Gewerbebau ein attraktiver Partner für Bauherren, aber auch für Architekten, die einen kompetenten Generalunternehmer für die Ausführung des jeweiligen Bauvorhabens suchen“, betont Benjamin Gronau. „Mönchengladbach ist für Bauunternehmer und Architekten derzeit eine der spannendsten Städte in Nordrhein-Westfalen. Die Kommune nimmt eine tolle Entwicklung“, erklärt der Diplom-Architekt. An dieser Entwicklung wird das Wegberger Planungsbüro konkret beteiligt sein: Für das Neubaugebiet auf dem REME-Gelände ist unter anderem ein Lebensmitteleinzelhandelsmarkt geplant; Gronau hat hierzu seinen Hut in den Ring geworfen. Besonderheit hier ist die geplante Integration einer historischen Panzerhalle, die seinerzeit von der Britischen Rheinarmee genutzt wurde und als Denkmal erhalten bleiben soll. Eine architektonische Herausforderung – doch wer für „Theo“ eine neue Heimat bauen kann, der stemmt auch diese.

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INFO

Ob Gewerbeimmobilie, Büroneubau oder Wohnhäuser – für alle Bauprojekte gilt heutzutage, „dass die Themen Energiebewusstsein und Nachhaltigkeit Bauherren immer wichtiger werden“, weiß Benjamin Gronau. Das Wegberger Traditionsunternehmen hat deshalb auch Kontakte zum „Healthy Buildung Network“, ein INTERREG-V-A-Projekt der WFMG, der Nachbarstädte Krefeld, Venlo und dem Kreis Viersen, einem Unternehmernetzwerk aus Venlo sowie der Universität Maastricht. Die Stadt Mönchengladbach hat das Projekt in die Stadtentwicklungsstrategie mg+/Wachsende Stadt aufgenommen und will ähnlich wie die Stadt Venlo als kommunaler Auftraggeber maßgeblich zur Umsetzung der Projektziele beitragen. „Für uns eine interessante Option, steht das Thema gesundes und nachhaltiges Bauen doch ganz oben auf unserer Agenda“, unterstreicht Benjamin Gronau.

KONTAKT
Gronau GmbH & Co. KG
Friedrich-List-Allee 61
41844 Wegberg
Tel. 0 24 32.9 33 02-00
Fax 024 32.9 33 02-20
info@gronau-bau.de
www.gronau-bau.de

Fotos: Stefan Lamberty/DWL, Andreas Baum

„Theo als Visitenkarte für einzigartige Projekte“
ist ein Beitrag aus dem aktuellen Magazin
Wirtschaftsstandort Mönchengladbach