Mönchengladbach. Seit 16 Jahren führt Peter Schlipköter als Geschäftsführer die Marketing Gesellschaft Mönchengladbach. Er und sein Team haben die Stadt nicht zuletzt dank der Veranstaltungsreihen des Initiativkreis Mönchengladbach – „Nobelpreisträger in Mönchengladbach“, „Pioniere der Welt“ und anspruchsvolle Klassikkonzerte – über die Region hinaus bekannt gemacht. Mit einer zeitgemäßen Fortschreibung des Marketing-Konzeptes soll nun vor allem der Draht zum Bürger intensiviert werden.

 

Herr Schlipköter, die Stadt Mönchengladbach hat einen neuen Image-Film. Wie kam es dazu?
Peter Schlipköter: Wir wollten hier etwas Neues, Frisches haben und Lust auf Mönchengladbach machen. Uns war wichtig, keinen Image-Film im klassischen Sinne zu drehen, sondern innovativ zu sein. Wir haben uns deshalb mit Filmproduzentin Alice Häuser von der ah-tv Film- und Fernsehproduktion zusammengesetzt, die schon unseren Image-Film zur Tour de France mit uns realisiert hat. Wir entschieden uns für das Muster eines Epic-Selfie-Videos eines amerikanischen Bloggers, der auf kreative Weise seine Weltreise dokumentiert hat.

 

Die Gladbacher Bürger spielen die Hauptrolle?
Ganz genau. Deshalb ist das Projekt auch interaktiv angelegt. Jeder kann mitmachen und mit dem Smartphone ein kurzes „High five“-Selfie-Video von seinem ganz persönlichen Mönchengladbach-Moment machen – mit Freunden, Kollegen, mit der Familie, am Lieblingsort. Mit dem Hashtag #deinmg kann man auf Facebook oder Instagram das Video posten und so ein individuelles Bekenntnis zur Stadt ablegen. Einzelne Beiträge können später auch – nach Absprache – im Film auftauchen. Denn der soll sich immer wieder verändern und dynamisch bleiben.

 

Das Abklatschen, das sogenannte „High Five“, ist also das zentrale Element des Films…
Korrekt. Fünf Sekunden sind es maximal, die jeder Akteur oder jede Gruppe Zeit hat, sich mit „High Five“ zu präsentieren. Im Stil von Selfie-Videos reiht sich so Sequenz an Sequenz und ergibt ein modernes Bild von der Stadt und ihren Menschen. „Dein MG“ ist der Titel des 100 Sekunden langen Streifens, der unter diesem Stichwort auf dem auf dem Youtube-Kanal der Marketing Gesellschaft und auf der Internetseite der Stadt Mönchengladbach abrufbar ist. Jede Szene erzählt eine Geschichte über das Leben in Mönchengladbach. Auch Prominente sind im Film zu sehen, beispielsweise Borussen-Profi Patrick Herrmann, Sternekoch Anthony Sarpong, van-Laack-Chef Christian von Daniels und Nobelpreisträger Ben Feringa mit den Studenten der Hochschule Niederrhein.

 

„Im Veranstaltungsbereich ist
Mönchengladbach
hervorragend aufgestellt“

 

Wie wichtig ist solch ein Image-Film, um für eine Stadt zu werben?
Wir finden: sehr wichtig. Ein Image-Film, der trendy und zeitgemäß daherkommt, ist immer ein gutes ergänzendes Instrument für das Stadtmarketing. Hier wollen wir uns in Zukunft breiter aufstellen und setzen auf die Strategie des Partizipativen Stadtmarketings. Vor allem die direkte Kommunikation mit dem Bürger wird dabei eine wichtige Rolle spielen. Darüber hinaus arbeiten wir derzeit an einigen wichtigen Projekten, die Mönchengladbach nach innen und nach außen weiter nach vorne bringen, wie zum Beispiel die Stadt-App „MGPocket“ und ein zusätzlicher touristischer Onlineauftritt.

 

Ein Aushängeschild für Mönchengladbach – und damit auch ein wichtiges Marketing-Instrument – ist seit vielen Jahren das große Angebot im Bereich Events und Konzerte.
Das stimmt, im Veranstaltungsbereich ist Mönchengladbach hervorragend aufgestellt. Neben unseren eigenen Veranstaltungen zähle ich da natürlich die phantastischen Konzerte im SparkassenPark dazu und auch die Sommermusik auf Schloss Rheydt, die sich als eins der Highlights im Veranstaltungskalender der Stadt etabliert hat. Der Fokus unserer Marketing Gesellschaft hat sich dabei verändert: Lag dieser in der Vergangenheit stark auf der Organisation eigener Veranstaltungen – von den wir nach wie vor eine Vielzahl in Eigenregie auf die Beine stellen – ist immer mehr auch unsere Expertise als Berater im Eventbereich gefragt, beispielsweise im Hinblick auf Sicherheitskonzepte oder eine generelle konzeptionelle Beratung für die Event-Organisation.

 

Auf welche Events dürfen sich die Gladbacher in der zweiten Jahreshälfte sowie in 2019 freuen?
Ein Selbstläufer ist das Taschenlampen-Konzert im Park der Volksbank, zu dem wir Mitte September erneut rund 2.000 Gäste erwarten. Flagship-Veranstaltung in der zweiten Jahreshälfte ist sicherlich der Auftritt vom ehemaligen Formel-Eins-Star David Coulthard in unserer Reihe „Pioniere der Welt“. Auf Einladung des Initiativkreises Mönchengladbach wird er am 19. September in der RED BOX im Nordpark über sein bewegtes Leben sprechen. Den Abend moderiert Mark Gallagher, langjähriger Motorsport-Experte, Ex-Manager im Formel-1-Team von Eddie Jordan und Co-Kommentator bei den Formel-1-Übertragungen von BBC 5 Live. Musikalische Highlights im kommenden Jahr werden mit Sicherheit erneut die 16 Veranstaltungen im Rahmen unserer Reihe „Meisterkonzerte“ sein sowie die Ensemblia, die gemäß ihres zweijährigen Turnus wieder 2019 durchgeführt wird. Wir freuen uns, dass es uns dabei wieder gelungen ist, einen Mix von etablierten Künstlern und vielversprechenden Talenten, die in den kommenden Jahren mit Sicherheit für Furore sorgen werden, zu verpflichten.

 

David Coulthard. Foto: MGMG

 

Wie schaffen Sie es grundsätzlich, namhafte Persönlichkeiten für ihre verschiedenen Veranstaltungsreihen wie Nobelpreisträger, Pioniere der Welt und Klassik-Konzerte nach Mönchengladbach zu holen?
Unsere finanziellen Mittel sind beschränkt, umso größerer Bedeutung kommen den persönlichen Kontakten, die wir regelmäßig knüpfen, zu. Viele unserer Mitarbeiter haben und pflegen gemeinsam mit mir ein großes Netzwerk: regional, national und international. Hierdurch schaffen wir es, Jahr für Jahr für Mönchengladbach ein Veranstaltungsprogramm zu etablieren, das sich sehen lassen kann.

 

Gibt es Persönlichkeiten, die Sie gerne einmal nach Mönchengladbach holen möchten?

Mönchengladbach ist eine Textilstadt, insofern würde ich mir wünschen, wenn es uns gelänge, den ein oder anderen bekannten Namen aus der Modebranche zu verpflichten, etwa aus der Kategorie Vivienne Westwood. Dazu vielleicht einen Vertreter der jungen Garde, der vielleicht noch nicht den ganz großen Namen hat, dem aber eine große Zukunft bescheinigt wird. Einen wie Michael Kors in dessen ersten Jahr zu bekommen, das wäre was (lacht). Wenn solche Persönlichkeiten unsere Stadt besuchen, berichtet beispielsweise nicht nur das „Handelsblatt“, sondern auch die „Bunte“ überregional über uns. Und diese Boulevard-Medien sind nicht unwichtig für uns, haben sie doch – und das wird oft unterschätzt – ein wahnsinnig große Reichweite und einen nicht unerheblichen Einfluss. Um Mönchengladbach noch bekannter zu machen, ist eine Berichterstattung in allen Medien für uns Gold wert.

 

Wenn Sie berühmte Persönlichkeiten in Mönchengladbach begrüßen dürfen: Übernachten diese dann auch in unserer Stadt, oder bevorzugen diese eher benachbarte Großstädte wie Düsseldorf oder Köln?
Mit wenigen Ausnahmen übernachten alle Gäste gerne in unserer Stadt, es sei denn, wir können bestimmte Sicherheitsauflagen nicht erfüllen. So bleibt etwa der ehemalige Formel-1-Fahrer David Coulthard im Palace St. George.

 

Braucht Mönchengladbach mehr Hotels?
Das muss man sehr genau abwägen. Mit dem Bau des Borussia-Hotels kommt ein hochwertiges und architektonisch anspruchsvolles, neues Angebot hinzu. Auch für den Abteiberg läuft ja derzeit eine entsprechende Ausschreibung, wobei ich mich dafür stark mache, hier kein Hotel mit 08/15-Interieur hinzusetzen, sondern etwas Besonderes mit Qualität. Ich weiß aber, dass da alle verantwortlichen Personen derselben Meinung sind.

 

Am 1. Oktober sind Sie seit 16 Jahren als Geschäftsführer der Marketing Gesellschaft Mönchengladbach tätig. Hat Ihnen die Arbeit schon einmal so viel Spaß gemacht wie derzeit, wo in der Stadt so viele Dinge in Bewegung sind?
Es gab in den vergangenen Tagen eigentlich kaum einen Tag, in dem ich nicht mit Freude ins Büro gefahren bin. Aber Sie haben Recht, wir haben derzeit viel Bewegung in der Stadt, und die Bürger schauen mit neuen Augen positiv auf ihre Stadt. Es ist wichtig zu sehen, dass sich unsere ganzen Anstrengungen lohnen und die Stadt davon profitiert.

 

Mit MGMG-Geschäftsführer Peter Schlipköter
sprach Wirtschaftsstandort-Redakteur Jan Finken

 

IM NETZ
www.mgmg.de

 

„Wir wollen mehr direkte Kommunikation mit den Bürgern“ ist ein Beitrag aus der
August-Ausgabe unseres Magazins Wirtschaftsstandort Mönchengladbach (VÖ 19.08.2018)

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