Mönchengladbach. Den absoluten „Knaller“ hat die Stadt Mönchengladbach nicht im Gepäck, wenn sie sich ab dem 7. Oktober auf der EXPO REAL in München, der weltweit größten Immobilienmesse, präsentiert. Das muss sie aber auch nicht, denn ihre Hausaufgaben hat sie bereits in den vergangenen Jahren gemacht. Deswegen geht es jetzt und in den nächsten Jahren darum, die Früchte in Form von weiteren Investoren für die Vitusstadt zu ernten. „In den vergangenen Jahren haben wir viele Projekte erfolgreich realisieren können und in der Branche eine hohe Aufmerksamkeit erzielt. Darauf können wir aufbauen. Wir haben unsere Potenziale noch lange nicht ausgeschöpft“, betont Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners.

 

Mönchengladbach wird in München vor allem das Thema „Wohnen“ präsentieren. Aus gutem Grund, wie Stadtdirektor und Technischer Beigeordneter Dr. Gregor Bonin unterstreicht: „Das jetzt fertiggestellte Empirica-Gutachten zeigt, dass wir hinsichtlich der Wohnsituation kein Quantitäts-, wohl aber ein Qualitätsdefizit haben. Zwei Drittel des aktiven Wohnbestands sind vor 1980 erbaut worden.“ Wohnen sei jedoch ein wichtiger Bestandteil der Stadtentwicklungsstrategie mg+ Wachsende Stadt.

 

Mit drei Premium-Projekten will Mönchengladbach hier nun Abhilfe schaffen: Seestadt mg+, Maria-Hilf-Terrassen und REME-Areal. Hier entstehen mittel- bis langfristig moderne Wohnquartiere in unmittelbarer Zentrumsnähe. Alle drei Großprojekte werden bei der EXPO in München ein Thema sein.

 

Der Bebauungsplan für das ehemalige Krankenhaus-Gelände Maria Hilf wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2020 fertiggestellt. Hier sollen 400 Wohneinheiten sowie Raum für soziale Einrichtungen und Dienstleistungen entstehen. Für das REME-Areal wird ein Investor für die alte Panzerhalle gesucht, der ein gemischtes urbanes Wohnquartier mit hoher städtebaulicher und architektonischer Qualität nach sozialen, ökologischen und ökonomischen Standards realisieren will. In der alten Panzerhalle sind unterschiedliche Nutzungen von der Kita bis zum Einzelhandel denkbar. Und für die Seestadt mg+ rechnet Bonin noch in diesem Jahr mit den ersten Bauanträgen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir auch hier im nächsten Jahr Baukräne sehen.“

 

Entwicklungspotenziale gibt es auch in anderen Innenstadtbereichen: Die BEMA Gruppe will das Projekt „19 Häuser“ weiter vorantreiben. Da das Projektgrundstück des jetzigen Haus Westlands in den heutigen Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) hineinrückt, ist eine räumliche und betriebliche Umplanung des Areals erforderlich. Dafür haben BEMA, Stadt und NEW im Frühjahr eine Absichtserklärung unterzeichnet. An der Aachener Straße direkt gegenüber vom Verwaltungsgebäude Oberstadt werden im nächsten Jahr zudem rund 30 Mikro-Appartements und rund 50 Stayery Rooms (möblierte Appartements, die temporär vermietet werden) plus kleine Gewerbeeinheiten realisiert. Und auch die „Markthalle“ auf dem Kapuzinerplatz wird sich im nächsten Jahr schon in Ansätzen zeigen: Wegen komplizierter Erbpacht-Verträge hat sich der Bau auf dem Kapuzinerplatz etwas verzögert, aber der Baustart ist für 2020 fest eingeplant.

 

Aufmerksam machen wollen die Mönchengladbacher in der bayerischen Landeshauptstadt auf die neuen Entwicklungspotenziale am Flughafen Mönchengladbach. Die Weichen für den Ausbau des Flughafens sind durch die Kündigung des Pachtvertrags mit der Trabrennbahn zum 31. Dezember 2021 sind gestellt. Damit kann das 140.000 Quadratmeter große Areal für eine Entwicklung des Flughafens erschlossen werden. „Wir stellen uns einen Innovationspark vor“, erklärt Wirtschaftsförderer Dr. Ulrich Schückhaus, der gleich auch Mit-Geschäftsführer der Flughafengesellschaft ist. Die Entwicklung eines „SkyCabs“, eines Konzeptes für Flugtaxis, wird gerade von der Fachhochschule Aachen erarbeitet und könnte am Flughafen Mönchengladbach beste Bedingungen vorfinden.

-jfk

 

FAKTEN
Bereits zum 19. Mal in Folge nimmt Mönchengladbach an der EXPO REAL in München teil. Sie präsentiert sich dabei wieder mit zahlreichen Standpartnern: Neben der Bienen + Partner Immobilien GmbH, DORNIEDEN Gruppe, Famos Immobilien GmbH, OttenArchitekten, Schrammen Architekten BDA ist auch die Jakob Durst GmbH & Cie erstmals mit dabei. Unterstützt wird die Stadt Mönchengladbach in München durch die Stadtsparkasse Mönchengladbach.

 

Bildunterschrift: Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners (Mitte), flankiert von Wirtschaftsförderer Dr. Ulrich Schückhaus (links) und Stadtdirektor Dr. Gregor Bonin (rechts), führen die Mönchengladbacher Delegation zur EXPO REAL an.
Foto: Andreas Baum