„Ich beschäftige mich seit 35 Jahren mit Denim-Stoff. In diesem Bereich bin ich ein echter Freak“, lacht Hans Gerhard Wroblowski. Foto: Hans-Peter Reichartz

 

Mönchengladbach. Hugo Boss, Zara, Marc O`Polo, s.Oliver: Die Liste der namhaften Mode-Unternehmen, die einen Stand auf der Mönchengladbacher Recruiting-Messe „MG zieht an“ haben werden, ist lang. Unter diese Aussteller mischt sich auch 2017 wieder einer, der auf den ersten Blick aus der Reihe tanzt: Der Textilmaschinenhersteller
A. Monforts ist wie in den vergangenen Jahren erneut bei „MG zieht an“ vertreten. Ein weltweit agierender Maschinenbauer auf einer lokalen Recruiting-Messe, macht das Sinn? „Absolut“, unterstreicht Hans Gerhard Wroblowski, Produktmanager bei Monforts. „Zum einen sind wir dem Textil-Standort Mönchengladbach seit jeher eng verbunden, zum anderen nutzen wir Gelegenheiten wie bei `MG zieht an´, unseren Stellenwert als absolut innovatives Unternehmen herauszustellen.“

Denn: Innovation wird groß geschrieben bei Monforts, der Mönchengladbacher Standort an der Blumenberger Straße fungiert dabei als „Denkfabrik“ des Konzerns. Beispielsweise wenn es darum geht, den wohl populärsten textilen Stoff zu veredeln: Denim. Kompressive Krumpfanlagen (siehe INFO) von Monforts produzieren weltweit Spitzenqualitäten. Das Denim-Anlagenkonzept ECO Line umfasst moderne Anlagentechnik und innovative Anwendungstechnologie aus einer Hand und ermöglicht
Energie-Einsparpotenziale von bis zu 50 Prozent. „Damit kann Denim heute wesentlich einfacher und effektiver ausgerüstet werden als bisher, traditionelle Verfahrensschritte
lassen sich komplett eliminieren“, erklärt Wroblowski, der bei Monforts so etwas wie der Denim-Pabst ist. „Ich beschäftige mich seit 35 Jahren mit diesem Stoff. In diesem
Bereich bin ich ein echter Freak“, lacht der 55-Jährige.

„Denim ist heute überall.“
Monforts-Produktmanager
Hans Gerhard Wroblowski

Jeans, Sportbekleidung, in der Automobil-Industrie, in Tischdecken oder Unterwäsche: „Denim ist heute überall“, weiß Hans Gerhard Wroblowski. 50 Prozent der weltweiten
Produktion findet in China statt, Indien und Bangladesch sind weitere große Herstellungsländer. Jedes Jahr werden 3,5 Milliarden Meter Denim produziert, die jährliche
Wachstumsrate liegt bei drei bis vier Prozent. Moderne Anlagentechnik ist gefragter denn ja, und Monforts gehört zu den Big Playern auf dem Textilmaschinenmarkt. Wroblowski verantwortet für das Mönchengladbacher Unternehmen das Produktmanagement und den Vertrieb, vornehmlich in Südost-Asien. Die Nähe zum Kunden und der Service-Gedanke haben bei Monforts Priorität, entsprechend oft sitzt Wroblwoski im Flugzeug, um Monforts-Kunden vor Ort zu beraten und unterstützen. „200 Tage im Jahr bin ich unterwegs – ein stressiger, aber auch sehr schöner Job. Man lernt viele unterschiedliche Kulturen kennen. Ich persönlich habe in den vergangenen Jahren viel dazu gelernt.“ Vor allem das Land Indien fasziniere ihn; „im Betrieb gelte ich schon als halber Inder“, lacht Wroblowski.

Beschichtungssysteme aus einer Hand
Neben Informationen zur eigenen ECO Line-Technologie werden die Vertreter aus dem Hause Monforts bei „MG zieht an“ auch über die jüngsten Innovationen bei den Beschichtungssystemen von technischen Textilien berichten können. „Sie stellen hohe Anforderungen an die Flexibilität des Herstellers. Daher muss auch die Textilmaschine an genau diese Bedürfnisse fl exibel anpassbar sein. Monforts bietet dazu maßgeschneiderte Lösungen aus einer Hand“, betont Hans Gerhard Wroblowski. Dank der Übernahme des österreichischen Beschichtungsmaschinen-Herstellers Timatec im vergangenen Jahr hat Monforts seine Kompetenz auf diesem Gebiet erheblich erweitert. Seit rund 15 Jahren baut die Firma mit Sitz in der Nähe von Klagenfurt Beschichtungsanlagen und -komponenten. Durch die Übernahme dieses Spezialisten kann Monforts seine Beschichtungsanlagen jetzt „aus einer Hand“ fertigen; die dafür notwendigen Beschichtungskomponenten mussten bislang von externen Anbietern dazu gekauft werden. Die Konstruktion und Entwicklung der Maschinen wird vom Technischen Büro am Standort Mönchengladbach gesteuert, gebaut werden die Maschinen in der Monforts-Fabrik „Montex“ im österreichischen St. Stefan. Im hauseigenen Textiltechnikum (siehe Kasten) kann die Produktion der beschichteten Textilien unter
realen Bedingungen getestet werden – „ein Angebot, das so gut wie kein anderes Unternehmen seinen Kunden bieten kann“, schließt Wroblowski stolz.

-jfk


DAS ADVANCED TECHNOLOGY CENTER (ATC)

Das Monforts-Textiltechnikum, das so genannte Advanced Technology Center (ATC), ist mit seinen 1.500 Quadratmetern und drei voll funktionsfähigen Anlagen zum Färben,
Ausrüsten und Beschichten in dieser Größe weltweit einzigartig. Regelmäßig werden hier Warenversuche für Monforts-Kunden durchgeführt und intensiv nach neuen Verfahren geforscht. Monforts hat rund 2,5 Millionen Euro in das Textiltechnikum investiert.


INFO

Das Krumpfen oder Sanforisieren ist ein Veredelungsverfahren für Stoffe und Textilien aus den meisten Natur- und/oder Chemiefasern. Dabei wird das Tuch vor dem Zuschnitt einer mechanischen Stauchung unterzogen und schrumpft ein. Dieser Zustand wird fi xiert und verhindert dadurch ein nachträgliches Eingehen der fertigen Erzeugnisse, und damit eine spätere unerwünschte Dimensionsänderung.

 

„Wir schätzen den Ingenieursgeist bei Monforts”

Ji Xin, Chief Executive Officer der Fong`s Gruppe, gab dem Wirtschaftsstandort eines seiner seltenen Interviews.

Mr. Ji Xin, die A. Monforts Textilmaschinen GmbH ist seit 2013 Mitglied der CHTC Fong’s Group. Wie wichtig ist der Standort Mönchengladbach für Ihre Unternehmensgruppe?

Ji Xin: Mönchengladbach ist der Traditions-Standort der A. Monforts Textilmaschinen seit 1884. Hier sind vor Ort motivierte, gut ausgebildete Mitarbeiter, die unsere Maschinen und Anlagen elektrisch und mechanisch bestens kennen sowie die Technologie in Zusammenarbeit mit den Chemiewerken verstehen und vorantreiben. Dazu kommen Spezialisten für einen leistungsfähigen Kundendienst, die unsere Kunden verstehen und betreuen – auch online. Für unsere Unternehmensgruppe Fong`s Industries ist Monforts in Möchengladbach ein Garant, auch weiterhin innovativ mit den richtigen Maschinen und Anlagen zur Textilveredlung am Markt erfolgreich tätig zu sein.

Mr. Ji Xin, Chief Executive Officer der Fong`s Gruppe, Hong Kong, traf sich kürzlich in Mönchengladbach zum Austausch mit Roland Hampel, Geschäftsführer der A. Monforts Textilmaschinen GmbH & Co. KG. Foto: Andreas Baum


Welche Kompetenzen schätzen Sie am Unternehmen Monforts besonders?

An Monforts schätzen wir ganz besonders den Ingenieursgeist und den Willen, stets Spitzentechnik zu bauen und weiter zu entwickeln. Dieser Innovationsgedanke ist übrigens bei allen Mitarbeitern, die ich hier in Mönchengladbach kennen lernen durfte, sehr ausgeprägt und hat sich über Generationen weiter entwickelt und verfeinert. Dafür zolle ich den Monforts-Mitarbeitern meine große Anerkennung. Wir wollen diesen Geist auch bei unseren anderen Unternehmen der Fong`s Gruppe genauso weiter fördern.

Ein deutliches Zeichen zur Stärkung des Standorts war der Bau eines neuen Technologiezentrums, dem Textil-Technikum. Welche Rolle wird dieses mittelfristig für Monforts / Fongs spielen?

Wir haben mit langfristiger Perspektive in dieses neue, einzigartige Technologiezentrum investiert. Voll funktionsfähige Anlagen unseres Produktportfolios sind hier installiert. Das wissen unsere weltweiten Kunden sehr zu schätzen. Wöchentlich finden hier Versuche mit Original-Textilien zur Veredlung, Beschichtung und Kontinue-Färbung statt. Das gibt unseren Kunden die Sicherheit, sich für die richtige Technik zu entscheiden: für Monforts. Die Investition in das neue Technologiezentrum war nicht unerheblich, doch haben wir dabei in erster Linie an die Zukunft gedacht, denn hier testen wir auch die Maschinenkomponenten der Zukunft. Wann immer Innovationen oder neue Verfahren entwickelt werden, können wir diese in unserem Technologiezentrum vorher auf Herz und Nieren prüfen. Damit ist und bleibt der Standort Mönchengladbach auch weiterhin das alleinige Kompetenz-Zentrum für Veredlungstechnik in unserem Konzern.

Der Mönchengladbacher Standort kooperiert eng mit der Die Monforts Fong’s Textile Machinery Co., Ltd. („Monfongs“) in Hong-Kong. Welche Synergien ergeben sich aus dieser Zusammenarbeit?
Die Synergie-Effekte betreffen den kaufmännischen und IT-Bereich. Hier haben wir ein einheitliches Reporting und eine gemeinsame Plattform zum Datenaustausch eingerichtet. Weiterhin haben wir weltweit in den meisten Fällen die gleichen Handelsvertretungen, die unsere Konzernmarken vermarkten. Auf Messen und Ausstellungen treten wir im Konzernverbund auf und zeigen die gesamte Leistungsfähigkeit unserer Marken auf beeindruckend großen Messeständen. Dies trägt weiter dazu bei, uns als Global Player und marktführenden Anbieter einer kompletten Produktpalette aus einer Hand zu präsentieren.

Vor welchen Herausforderungen steht die Textil-Industrie in den kommenden Jahren?
Die größte Herausforderung für unsere Kunden und damit auch für uns als Partner der Textilindustrie ist künftig sicherlich die weitere konsequente Vernetzung in der sogenannten textilen Kette. In Deutschland nennt man diesen Gedanken wohl „Industrie 4.0“. Da liegt die Herausforderung unserer Zeit, die vor- und nachgeschalteten Produktionsschritte mittels IT-Technologie miteinander zu vernetzen. Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist der Bereich der weiteren ökologischen Optimierung unserer Anlagen, um die Immissionen zu reduzieren und somit einen weiteren Beitrag zu noch mehr Umweltverträglichkeit zu leisten. Monforts Trocknungs-Anlagen waren die ersten auf dem Weltmarkt, die standardmäßig mit einer Wärmerückgewinnung versehen waren. Der Erfolg hat uns Recht gegeben. Nun sind wir einen Schritt weiter und arbeiten an weiter optimierten Komponenten zur Abluftreinigung. Damit leisten wir mit „grünen Innovationen“ unseren Beitrag zu bestmöglichem Umweltschutz.