Unterwegs für die digitale Zukunft in Mönchengladbach: Kai Westermann (l.) und Sebastian Rölke (r.) vom Breitbandbüro des Bundes, IHK-Präsident Elmar te Neues (2.v.l.), IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz (2.v.r.) und Benjamin Schmidt, Breitbandkoordinator in Mönchengladbach. Foto: IHK

 

Willich/Mönchengladbach. Er ist neun Meter lang, 2,5 Meter breit und prall gefüllt mit innovativer Technik: Der Breitband-Bus des Breitbandbüros des Bundes (BBB) hat auf Einladung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein am Gründungszentrum im ehemaligen Stahlwerk Becker in Willich Station gemacht. Vertreter von Unternehmen, die Breitbandbeauftragten in der Region, darunter Mönchengladbachs Breitbandkoordinator Benjamin Schmidt, IHK-Präsident Elmar te Neues und Willichs Bürgermeister Josef Heyes waren gekommen, um das Infomobil und die mitgereisten BBB-Experten kennenzulernen. Auf Mediawänden, Tablets und Notebooks standen den Besuchern des Breitband-Busses gezielt aufbereitete Programme und interaktive Simulationen, Erklär- und Videofilme, Präsentationen und vieles mehr zur Verfügung. Ein Telepräsenzroboter demonstrierte neue, aktive Kommunikationsmöglichkeiten in Unternehmen, die erst durch eine breitbandige Internetanbindung möglich werden. Und ein kleiner 3D-Drucker zeigte eindrucksvoll, wie sich in kürzester Zeit Einzelstücke produzieren lassen – von der kleinen Plastikfigur bis hin zum Knochenaufbau einer menschlichen Hand.

„Wir freuen uns, dass der Breitband-Bus auf ein bedeutendes Thema aufmerksam macht“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz. „Die Digitalisierung beschäftigt die Unternehmen in der Region – und der flächendeckende Breitbandausbau ist die Grundlage dafür, dass die digitale Transformation gelingt.“ Die Anbindung an das Breitbandnetz mit Übertragungsraten von 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) sei für Unternehmen ein wichtiger Standortfaktor. „Doch unsere Umfragen zeigen, dass die Betriebe diesen Standortfaktor kritisch beurteilen“, berichtete Steinmetz und appellierte an die Anwesenden. „Machen Sie den nötigen Druck in den Verwaltungen, um Fördermittel auszuschöpfen und den Breitbandausbau voranzutreiben.“

Der Breitband-Bus ist Teil der Kampagne „Breitband@Mittelstand“, einer Initiative des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur und des Deutschen Industrie- und Handelskammertags. Seit Februar ist er in Deutschland unterwegs, im Laufe eines Jahres wird er an 300 Orten Station machen. „Wir sind nicht nur Informationsbringer, sondern auch -sammler“, berichtete Sebastian Rölke vom BBB. „Einerseits wollen wir erklären, was Digitalisierung bedeutet, warum der Ausbau der Gigabit-Infrastruktur so wichtig ist und wie vor allem Kommunen im ländlichen Raum Fördermittel des Bundes, zum Beispiel aus dem Sonderprogramm Gewerbegebiete, beantragen können, wenn sich der Ausbau für die Telekommunikationsanbieter nicht rentiert. Andererseits wollen wir erfahren, welche Erfahrungen Sie bisher mit dem Thema gemacht haben.“ 82 Prozent der Unternehmen in Gewerbegebieten und 71 Prozent der Unternehmen in Mischgebieten in Deutschland sind ans Breitbandnetz angeschlossen. „Das ist gut, aber nicht genug“, sagte Rölke. „Denn wir hören auch immer wieder von Unternehmern, die ihre Daten zum Beispiel auf einem USB-Stick nach Hause nehmen, um sie von dort aus zu verschicken, weil die Internetverbindung in der Firma so langsam ist.“

Damit so etwas in Mönchengladbach niemand tun muss, ist dort Breitbandkoordinator Benjamin Schmidt im Einsatz. Seine Stelle wird durch ein Förderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen für einen Zeitraum von drei Jahren finanziert. Er vernetzt die Akteure der Breitbandversorgung, kümmert sich um Investoren und die Telekommunikationsanbieter, betreut die verschiedenen Förderprogramme von Bund, Land und EU und ist Ansprechpartner für Unternehmer und Bürger. „Mönchengladbach verfolgt das Ziel, Gigabit City zu werden“, so Schmidt. „Dabei setzen wir primär auf den Ausbau des Glasfasernetzes. Neben privatwirtschaftlichen Investitionen haben wir kürzlich die Zusage für eine Förderung über neun Millionen Euro von Bund und Land erhalten. Hiermit können wir rund 1.200 unterversorgte Adressen anschließen, die beim Ausbau privater Anbieter nicht berücksichtigt werden.“

 

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