Mönchengladbach. Es hätte keinen besseren Titel für das aufwendig inszenierte Event geben können: „NEW Ways“, so lautete die Überschrift der Veranstaltung im Hugo Junkers Hangar Ende März, bei der der regionale Energieversorger NEW seine Vision von der Zukunft zeigte. Sein Kerngeschäft, die Versorgung der Kunden mit Strom und Gas sowie die Organisation und Durchführung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs, bleibt, doch werden E-Mobilität und die Digitalisierung aller Arbeitsprozesse in den Fokus rücken und in die bestehenden Geschäftsfelder integriert.

 

„Unser Verständnis von Mobilität und davon, wie wir in Zukunft arbeiten, ist hochdigital“, sagt Frank Kindervatter, Vorstand der NEW. Die über 250 Gäste bei dem Event (und zahlreiche Mitarbeiter der NEW tags darauf) bekamen bei der Präsentation einen beeindruckenden Überblick, wie sich die NEW-Welt verändern wird. Eines der aussagekräftigen Fotos, das auf einer großen Videoleinwand gezeigt wurde, zeigte, wie der Schreibtisch eines NEW-Mitarbeiters künftig aussehen soll: Drucker, Papier, Stifte, Festnetz-Telefon, Ordner… alles verschwindet. Übrig bleiben ein Laptop und ein Smartphone – mehr soll bald nicht mehr gebraucht werden. Schon seit Ende 2017 sind alle NEW-Mitarbeiter mit einem Dienst-Handy ausgestattet.

 

Vor über 250 Gästen im Hugo Junkers Hangar stellte der Energieversorger Ende März seine „NEW Ways“ vor. Foto: Detlef Illgner

 

Seit Mitte 2016 ist die „M’App“, die im Haus entwickelte Mitarbeiter-App, ein wichtiges Werkzeug aller NEW’ler im Berufsalltag. Heute ist M’App nicht nur Kommunikationskanal, sondern auch ein unverzichtbarer praktischer Helfer. 97 Prozent der Belegschaft nutzen die App regelmäßig – auch am Wochenende und im Urlaub. M’App bietet Features wie Urlaubsbeantragung, Einsicht in das persönliche Stundenkonto, Korrektur von Arbeitszeiten, Einsicht in aktuelle Dienstpläne, Einreichen von Attesten und Krankmeldungen und das Versenden von Schadensmeldungen an den Hausservice.

 

Bald soll außerdem jeder Mitarbeiter ein Laptop oder Tablet bekommen. „Vor allem im Baubereich waren bisher große Papierpläne die Regel, die aus dem Büro mit auf die Baustelle geschleppt wurden. Dank digitalisierter Pläne und der Ausgabe von Tablets ist das nicht mehr nötig. Drucker brauchen wir nicht mehr; Ende 2019 werden wir die Drucker von den Gängen rollen. Bis dahin haben wir alle Prozesse so digitalisiert, dass niemand mehr etwas ausdrucken muss“, erläutert Kindervatter. Festnetz-Telefone haben heute schon ausgedient, stattdessen telefonieren NEW-Mitarbeiter via Voice overIP und Headset.

 

SVEN als letztes Puzzlestück

 

Digitalen Service bietet die NEW auch ihren Stromkunden. Mit dem intelligenten Zähler NEW SmartEView wissen diese immer genau, wie viel Strom sie gerade verbrauchen. Über ein Gateway überträgt der Zähler die Verbrauchsdaten im Zwei-Sekunden-Takt ins Internet und macht sie dort in einem Online-Portal für den Kunden sichtbar. „So haben sie jederzeit die volle Kontrolle über ihren Verbrauch. Der NEW SmartEView kann einzelne Geräte im Haushalt erkennen und die jeweiligen Stromverbräuche im Online-Portal anzeigen. So kann man Stromfresser ganz einfach identifizieren und gegen effizientere Geräte austauschen“, erklärt NEW-Vorstand Frank Kindervatter. Mit dem NEW Smart-EView werden die Verbrauchsdaten außerdem online an den Energieversorger übertragen. „Kunden müssen nie wieder zu Hause auf den Ableser warten“, so Kindervatter.

 

Die „Clean Desk“-Philosophie hält demnächst auch bei der NEW Einzug: Mehr als Laptop, Handy und Headset werden die Mitarbeiter nicht mehr brauchen. Foto: Hans-Peter Reichartz

 

Star des Abends war aber selbstverständlich SVEN: Ein Elektroauto, das speziell für Carsharing entwickelt wird. Die NEW hat für 2,5 Millionen Euro 14 Prozent der Anteile am SVEN-Entwickler Share2Drive gekauft. Frank Kindervatter: „SVEN macht uns komplett. Es war das letzte Puzzlestück, das uns in unserem E-Mobilitätskosmos noch gefehlt hat.“ Mit ihrer Sharing-Plattform und dem E-Carsharing-Auto SVEN will die NEW „ein schlüssiges Gesamtkonzept für urbane und flexible Mobilität schaffen“, betont der NEW-Chef.
Zuvor hatte der Konzern bereits seinen Sharing-Dienst „Wheesy“ ins Leben gerufen. In unmittelbarer Nähe zu den Busbahnhöfen und Bushaltestellen können E-Autos ausgeliehen werden. Perspektivisch wird die Fahrzeugflotte noch um E-Transporter und E-Roller erweitert. Abgewickelt wird die Leihe über die eigens entwickelte Wheesy-App.

-jfk

 

LADESÄULEN-INFRASTRUKTUR

Erfolgreiche E-Mobilität braucht eine verlässliche Infrastruktur. 130 öffentliche NEW-Ladesäulen sorgen am Niederrhein bereits für eine flächendeckende Versorgung. Der Ladestrom kommt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen. Außerdem vertreibt die NEW Ladesäulen und Wallboxen für Privat- und Gewerbekunden. Mehr als 100 NEW-Mitarbeiter haben inzwischen von der internen Kaufprämie für E-Autos Gebrauch gemacht und sind nun auch privat elektrisch unterwegs.

 

Bildunterschrift: NEW-Vorstand Frank Kindervatter: „SVEN war das letzte Puzzlestück, das uns in unserem E-Mobilitätskosmos noch gefehlt hat.“
Foto: Detlef Illgner

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