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OB Heinrichs trifft textile Startup-Szene

Mönchengladbach. Mönchengladbach mag eine alte Textilhochburg sein – doch mit Historie allein bekommt man einen Wirtschaftsstandort nicht in Richtung zukunftsfähiger Wissenswirtschaft gedreht. Da passt es gut, dass sich in der Stadt in den vergangenen Jahren etliche spannende Startups aus dem Textil-, Bekleidungs- und Modebereich gegründet haben, oft auch aus der Hochschule Niederrhein heraus. Bei einem Meetup des Digitalisierungs- und Gründungsvereins nextMG e.V. und der WFMG – Wirtschaftsförderung Mönchengladbach GmbH überzeugte sich Oberbürgermeister Felix Heinrichs jetzt von der Innovationskraft der Gründerinnen und Gründer und den vielen spannenden Impulsen, die von der textilen Startup-Szene ausgehen. Fünf Startups präsentierten sich in jeweils fünfminütigen so genannten „Pitches“ dem Publikum und standen für Rückfragen zur Verfügung.

Team Texturelab möchte ganzheitliche, nachhaltige Lösungen für die alltägliche Bekleidung entwickeln und anbieten. Gründer Henrik Stelter stellte trotz eines momentan abzuarbeitenden Großauftrags für ein namhaftes Telekommunikationsunternehmen die aktuellen Entwicklungen des Startups vor und spannende Forschungsprojekte mit der Hochschule Niederrhein in Aussicht. Schon seit einigen Jahren am Markt etabliert ist J. Clay, das sich mit Sneaker-Socken einen Namen gemacht hat und seit 2021 ausschließlich in Europa produziert. Gründer Moritz Otten und Sina Moll, zuständig für Vertrieb und Events, stellten unter anderem die zuletzt aufgelegte Borussia-Kollektion sowie eine Charity-Edition zur Ukraine-Hilfe vor. Das frisch gegründete Unternehmen Metaglobe ist in einem ganz anderen Bereich aktiv: Gründer Jochen Ohligs arbeitet an neuartigen Videokonferenzsystemen, bei denen technische Textilien zum Einsatz kommen, an denen derzeit gemeinsam mit der Hochschule Niederrhein gearbeitet wird. Die vier Gründer von 11v11 wollen mit ihrer Oberbekleidung ein Stückweit die Urtümlichkeit des Fußballs zurückholen. Hierbei wird ein großes Augenmerk auf nachhaltige Produktion und lokale Absatzmärkte – konkret: Breitensportvereine – gelegt. Eine laufende Kooperation mit Texturelab zu einem kritischen Motivshirt zur Fußball-WM in Katar wurde übrigens im Rahmen eines Meetups angebahnt. EEDEN schließlich haben mit ihrer selbst entwickelten Lösung für chemisch basiertes Textilrecycling zuletzt im Rahmen ihrer ersten großen Finanzierungsrunde zwei Venture-Capital-Fonds und einen Angel Investor als Unterstützer gewonnen. Gründer Steffen Gerlach skizzierte, welche Herausforderung plötzliches Wachstum für ein junges, florierendes Startup darstellen kann und wo die Reise in den nächsten Monaten hingehen soll.

Im Rahmen seiner Sommertour unter dem Motto „Zukunft Textil“ konnte sich Oberbürgermeister Felix Heinrichs jetzt von der Innovationskraft der örtlichen Startup-Szene überzeugen. Fünf denkbar unterschiedliche Projekte stellten sich beim „Meetup“ von nextMG und WFMG vor rund 40 Besucherinnen und Besuchern im Café Van Dooren vor. Kommende Woche folgt ein Netzwerkabend im Rathaus Abtei.
„Die Startups, die wir heute gesehen haben, decken eine erstaunliche Bandbreite an Themen und Bereichen ab – und stehen damit stellvertretend für die Vielschichtigkeit der Szene“, so OB Heinrichs. „Es gilt, nun die Strukturen dafür zu schaffen, dass diese Startups in Mönchengladbach gedeihen und wachsen können und wir künftig noch viel mehr davon produzieren.“ Dafür solle nicht zuletzt das Großprojekt der Textilfabrik 7.0 mit dem dazugehörigen Technologie- und Entwicklungszentrum die Basis bilden, das aktuell im Rahmen der Strukturwandel-Förderungsprozesses im Rheinischen Revier erarbeitet wird.

Im Rahmen seiner von der WFMG organisierten Sommertour besucht der Oberbürgermeister derzeit mehrere etablierte Textil-, Textilmaschinen- und Modeunternehmen aus der Stadt; neben dem Textil-Meetup gibt es als dritten Baustein der Tour außerdem noch einen Netzwerkabend unter dem Motto „Zieht MG auch morgen noch an?“ mit Unternehmen, Stakeholdern und Institutionen, der am 30. August im Rathaus Abtei stattfindet.

Die Meetups werden vom Digitalisierungs- und Gründungsverein nextMG in Kooperation mit der WFMG organisiert und finden alle zwei Monate statt. Bei der Veranstaltung, die seit diesem Sommer im Café Van Dooren am Schillerplatz ihre feste Heimat gefunden hat, stellen sich stets Startups oder Gründungsideen im Pitch-Format vor, danach geht es ins Netzwerken. Der nächste Termin ist am 26. Oktober, die Teilnahme ist kostenfrei. Weitere Informationen unter https://www.meetup.com/de-DE/meetupMG/ und https://nextmg.org/.

Bildunterschrift:
Das beigefügte Foto zeigt vor dem Café Van Dooren (v.l.): Maximilian Reisch (Vorstand Gründung, nextMG e.V.), Benjamin Siebold (Startup 11v11), Katrin Beltermann (Van Dooren), Marvin Koch (11v11), Oberbürgermeister Felix Heinrichs, Steffen Gerlach (Startup EEDEN), Sina Moll und Moritz Otten (Startup J.Clay), Henrik Stelter (Startup Texturelab), Jochen Ohligs (Startup Metaglobe), Florian Langen (11v11) und Jan Schnettler (WFMG).

Foto: Andreas Baum für Stadt Mönchengladbach