Im Nordpark entsteht mit dem BOB ein klimafreundliches Bürogebäude. Ein Aachener Unternehmen hat mit dieser Bauweise eine Geschäftsidee entwickelt.

von Jan Finken

Mönchengladbach. Für die Mönchengladbacher Wirtschaftsförderung (WFMG) wird es „das klimafreundlichste Gebäude der Stadt“, WFMG-Chef Dr. Ulrich Schückhaus spricht von einem „Highlight für Mönchengladbach“: Die Rede ist von BOB, ein Gebäudekomplex an der Liverpooler Allee/Ecke Madrider Straße im Nordpark, der neue Maßstäbe in Sachen Energieeffizienz und Klimafreundlichkeit setzen soll. BOB ist eine Abkürzung für „Balanced Office Building“ („ausbalanciertes Bürogebäude“). Der Name bezieht sich auf die Tatsache, dass sich die BOB-Gebäude (von denen es acht in Deutschland gibt, sechs weitere werden derzeit gebaut) durch zeitgemäße Energiegewinnung und ressourcenschonende Bauweise auszeichnen.

Hohe Energieeffizienz, Heizen und Kühlen ohne fossile Energien sowie eine flexible Gestaltung der Innenräume sind Kerneigenschaften der Bauten. Bernhard Frohn, Vorstand der BOB efficiency design AG, ist froh, dass diese Themen endlich in der Öffentlichkeit angekommen sind.
In Mönchengladbach entsteht nun also im Nordpark das erste BOB. Baustart soll in der zweiten Jahreshälfte 2023 sein, die Fertigstellung ist für 2025 avisiert. Der Neubau entsteht auf einer 6 550 Quadratmeter großen Fläche in Sichtweite zum Borussia-Park. Die zwei Baukörper werden je fünf Geschosse haben und 8 000 Quadratmeter reine Büroflächen umfassen, auf denen bis zu 400 Arbeitsplätze entstehen. Dazu kommen eine Tiefgarage und Stellplätze für insgesamt 100 Fahrzeuge. Das Design des entstehenden Bürogebäudes im Nordpark stammt von „Hahn Helten Architektur“ aus Aachen.


BOB bietet alles, was derzeit „hip“ in Sachen Energie sparen ist. Photovoltaikanlagen (PV) auf den begrünten Dächern und dem Glasdach des Parkplatzes, E-Ladesäulen sowie eine grüne Gestaltung des Außenbereichs sind die sichtbaren Maßnahmen. Gekühlt werden die Büros mit Erdkälte, die aus 100 Metern Tiefe geholt wird. Gleichzeitig wird die Wärme eingelagert und im Winter zum Heizen genutzt. „Geothermie“ ist der Fachbegriff für diese Technologie, bei der eine Wärmepumpe zum Einsatz kommt, die vollständig mit Eigenstrom betrieben wird. Mieter zahlen eine Netto-Kaltmiete und eine Energiekostenpauschale, die durch die Geothermie und die PV-Anlagen weitgehend von der Inflation verschont bleibt. Nachhaltigkeit ist auch das Stichwort im Inneren: „Alles ist zerlegbar. Das Material kann wiederverwendet und recycelt werden“, erklärt Frohn.


Für die Errichtung will das Aachener Unternehmen möglichst Firmen aus der Region beauftragen. Voraussetzung vor Baubeginn sei aber, dass dann ein Viertel der Büros vermietet ist. Bis Ende des Jahres sollen erste Mietverträge geschlossen werden, die Vermarktung läuft über „Bienen & Partner“. Wie bereits beim BOB.Krefeld unterstützt das Mönchengladbacher Immobilienunternehmen bienen+partner als Mitinitiator die Vermarktung und MOUNT Real Estate Capital Partners, Hamburg, die Finanzierung des Projektes.


Norbert Bienen, Geschäftsführer bienen+partner Immobilien GmbH: „Wir danken der Stadt Mönchengladbach für die Einladung, mit der Innovation BOB im Nordpark modernste Büros zu realisieren. Mieterinnen und Mieter werden von unserem Angebot begeistert sein: für alle Arbeitsbedürfnisse flexible Arbeitswelten, ein großes Flächenangebot und gesichert geringe Energiekosten, die von der Inflation weitgehend unbeeinflusst bleiben. Denn Geothermie und Photovoltaik verursachen keine laufenden Kosten. Bessere Büroflächen hat Mönchengladbach nirgendwo zu bieten.“