Alberto, MG, Rheyter Str., Herr Lanowy

Veränderungen annehmen, Innovationen entwickeln, dabei sich dennoch treu bleiben: Das sind drei der wichtigsten Merkmale eines Unternehmens, das sich über Jahrzehnte behauptet hat, weiter gewachsen ist und sich dem Zeitgeist angepasst hat. Wie Alberto. „Pants we love“ ist der Claim des 1922 gegründeten Unternehmens, und damals wie heute steckt es seine ganze Leidenschaft, sein ganzes Know-How in die Entwicklung seiner textilen Produkte. „Bei uns steckt ganz viel Technik in der Hose“, lacht Marco Lanowy, als teilhabender Geschäftsführer zuständig für die Bereiche Retail, Vertrieb und Marketing. Er spielt auf die hohe Funktionalität und den großen Aufwand bei der Herstellung an: Rund 40 Arbeitsschritte stecken in einer Hose von Alberto. Jede einzelne besteht aus mindestens 36 Einzelteilen, die minutiös zusammengefügt werden. Je nach Verwendungszweck verfügen sie durch die Verwendung technischer Textilien über hohe Elastizität, permanente Klimaregulierung oder große Strapazierfähigkeit – freilich ohne dass dies auf Kosten der Ästhetik geht.

Mit der Kombination von schickem Design, hohem Tragekomfort und Funktionalität erobert Alberto seit über zehn Jahren auch die Welt des Sports: 2004 hat das Mönchengladbacher Familienunternehmen, in das bereits die vierte Generation eingebunden ist, auf spezielle Anfrage des Golf-Profis Alex Cejka eine Golfkollektion entwickelt und erfolgreich am Markt etabliert.

Aktuell hat Alberto ein Hosenmodell, abgestimmt auf die Bedürfnisse von Radfahrern, entwickelt. Eine wasser- und schmutzabweisende Beschichtung, ein hoher Stretchanteil für angemessenen Trage- und Bewegungskomfort sowie Reflektoren an den Gesäßtaschen und Hosenaufschlägen sind die Merkmale dieses speziellen Produkts. 2017 wird es dann auch Tennis-Styles aus dem Hause Alberto geben.

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An der Hindenburgstraße hat Alberto seinen ersten Concept Store überhaupt eröffnet.

 

Alle Innovationen des Hosenherstellers stammen direkt aus dem Firmensitz in Mönchengladbach. In den hauseigenen Labors werden alle nach Oeko-Tex Standard 100 zertifizierten Oberstoffe auf ihre physikalischen und chemischen Eigenschaften geprüft. Nur wenn alle Anforderungen, die sich nach strengsten Kriterien richten, erfüllt sind, wird ein Oberstoff in die Kollektion aufgenommen.

Gefertigt werden Alberto-Hosen ausschließlich in tunesischen, rumänischen und polnischen Partnerbetrieben, die alle nach dem Arbeitnehmerschutzgesetz arbeiten. Um sicherzugehen, dass die Sozialstandards in allen Stufen der Produktion eingehalten werden, besuchen deutsche Mitarbeiter regelmäßig sämtliche Betriebe.
„Auch wenn wir heute in 56 Ländern rund um den Globus und bei 2.400 Kunden weltweit vertreten sind, bleibt unser Hauptsitz auch in Zukunft an unserem jahrzehntelangen Standort an der Rheydter Straße. Das und die Tatsache, dass wir unseren ersten eigenen Concept Store überhaupt an der Hindenburgstraße eröffnet haben, ist unser klares Bekenntnis zu unserer Heimat Mönchengladbach, denn wir sind der Meinung: Hier geht was!“, unterstreicht Marco Lanowy. Hinzu kommt Albertos Engagement bei der Eröffnung des „Fashion Hotels“ an der Hindenburgstraße.

Dass sich geschäftlicher Erfolg auf internationalem Parkett und Heimattreue nicht ausschließen, beweist Alberto mit seiner Umsatzsteigerung von umgerechnet acht Millionen Euro im Jahr 2001 auf aktuell rund 45 Millionen Euro – Tendenz steigend. „Wir sind ein inhabergeführtes Familienunternehmen, in dem keine Investoren involviert sind. Das wird sich auch nicht ändern, denn wir wollen bleiben, was wir sind: ein unabhängiger, moderner und innovativer Spezialist in der Textilbranche“, betont Marco Lanowy abschließend.

Text: Jan Finken
Fotos: Andreas Baum / Alberto
(Beitrag aus dem Magazin Wirtschaftsstandort MG / Ausgabe Dezember 2016)

HISTORIE

Dr. Albert Dormanns gründete 1922 in den leerstehenden Räumen der Tuchfabrik seines verstorbenen Großvaters die Dormanns Hosenfabrik. 1950 spezialisierte sich der Firmeninhaber auf die Herstellung von Herrenhosen, errichtete hierfür ein neues Firmengebäude. Nach seinem Tod im Jahr 1968 erbte Tochter Marie-Lore Walendy das Unternehmen und legte die Führung in die Hände ihres Ehemanns Rolf. In diesem Zuge firmierte die ehemalige Tuchfabrik zur Albert Dormanns Nachf. GmbH & Co. um, und Walendy veranlasste den Umzug in die ehemalige Anzugfabrik von Clemens August Becker. 1977 tritt Sohn Georg Walendy mit 24 Jahren in den Betrieb ein. Er ist es, der Hosen in den 80er Jahren mit innovativen Materialen, jungen Schnitten und neuen Musterinterpretationen bei zugleich perfekter Passform zu einem trendigen Kleidungsstück entwickelt. In einer Zeit, in der alles „Italy like“ sein sollte, werden die Modelle fortan unter dem Markennamen Alberto – eine Huldigung an den Firmengründer – auf dem Markt platziert. Inzwischen ist mit Anna und Philipp Walendy auch die nächste Generation in das Unternehmen eingetreten.

 

FAKTEN

Das moderne Logistik-Center an der Rheydter Straße fasst 190.000 Modelle. 85.000 Hosen sind selbst in Spitzenzeiten täglich verfügbar und auf Bestellung binnen 24 bis 48 Stunden beim Händler.